Rizin-Bomber von Köln zu zehn Jahren Haft verurteilt

Wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am Donnerstag den sogenannten Rizin-Bomber von Köln zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Staatsschutzsenat sah es als erwiesen an, dass der Tunesier Sief Allah H. einen islamistischen Anschlag mit hochgiftigem Rizin begehen wollte, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Dazu habe H. einen Böller, Metallkugeln und Rizinussamen über das Internet beschafft.

Aus den Rizinussamen stellten H. und seine Ehefrau laut Urteil rund 84 Milligramm Rizin her. Das Verfahren gegen die ebenfalls angeklagte Frau des Tunesiers wurde unterdessen abgetrennt und soll am 1. April fortgesetzt werden.

Der Fall hatte 2018 bundesweit Aufsehen erregt. Der Bundesverfassungsschutz war den mutmaßlichen Islamisten durch Hinweise auf die Spur gekommen, wonach sich ein Tunesier mit Wohnsitz in Köln um die Anschaffung hochgiftiger Substanzen bemühte. H. wurde am 13. Juni 2018 festgenommen, später auch seine Ehefrau.

Das Rizin war damals in der Wohnung des Paares in Köln-Chorweiler bei einem Großeinsatz des Bundeskriminalamts (BKA) unter Beteiligung von Spezialisten des Robert-Koch-Instituts gefunden worden.