Ripple: Die neue Nummer 2 hinter dem Bitcoin

Nikolas Kessler
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Südkorea rudert bei Börsen-Verboten zurück – Entspannung bei Bitcoin & Co

Vor dem Jahreswechsel hat Ripple (XRP) Ethereum von Rang 2 der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen verdrängt. Unangefochtene Nummer 1 ist und bleibt aber der Bitcoin – trotz anhaltender Konsolidierung.

Mit einem Kursplus von rund 50 Prozent ist Ripple in den letzten Tagen des Jahres 2017 in den Angriffsmodus übergegangen und hat die bisherige Nummer 2 aller Kryptowährungen, Ethereum, überholt. Zwar konnte Ethereum den Abstand in den letzten 24 Stunden etwas verkürzen, mit einer Marktkapitalisierung von rund 85 Milliarden Dollar reicht es derzeit aber weiterhin nur noch für Platz 3 hinter Ripple (Market Cap rund 89 Milliarden Dollar). Nummer 1 bleibt indes der Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 227 Milliarden Dollar.

Wie viele andere Kryptowährungen hat Ripple im vergangenen Jahr eine regelrechte Kursexplosion erlebt. Kostete ein XRP-Token vor einem Jahr noch weniger als einen Cent, sind es aktuell 2,31 Dollar. Allein seit Mitte Dezember hat sich der Wert damit beinahe verzehnfacht. Die Marktkapitalisierung hat sich innerhalb der letzten Woche mehr als verdoppelt.

Die Gründe für die Rallye

Neben dem allgemeinen Krypto-Boom der vergangenen Monate hat Ripple in der letzten Woche von der Meldung über eine strategische Partnerschaft zwischen SBI Ripple Asia und mehreren asiatischen Finanzunternehmen und dem damit verbundenen Medienecho profitiert. Hinzu kommen Gerüchte, dass die wichtige US-Kryptobörse Coinbase den XRP-Token demnächst ins Repertoire aufnehmen könnte.

Spannend ist dabei auch, dass Ripple vor allem in Südkorea gefragt ist. Nach Daten von cointelegraph.com wurde zuletzt mehr als die Hälfte des täglichen Handelsvolumens über südkoreanische Börsen abgewickelt. Andere Kryptowährungen und vor allem auch der Bitcoin waren zuvor unter Druck geraten, weil die Regierung in Südkorea eine schärfere Regulierung des Krypto-Handels angekündigt hatte.  

Hinter Ripple steht ein gleichnamiges Start-up mit Sitz in San Francisco, das sich der Entwicklung neuer Zahlungsnetzwerke für Banken, Börsen und andere Finanzinstitute verschrieben hat. Im Vergleich zu Bitcoin und Co war die Ripple-Blockchain ursprünglich nicht dezentral, bis heute können Nutzer die XRP-Token nicht selbst minen. Die Anerkennung als echte Kryptowährung ist daher umstritten.

Hochspekulativ!

Dass auch große Banken mit Ripple experimentieren, macht den Token nicht weniger spekulativ. Gerade nach dem kräftigen Kursanstieg sind Gewinnmitnahmen und deutliche Rücksetzer nicht unwahrscheinlich. Wie bei allen Kryptowährungen besteht das Risiko eines Totalverlusts.