Ringen um Grünen-Ministerposten - Trittin: 'Sehr, sehr gutes Team'

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BERLIN (dpa-AFX) - Der langjährige Grünen-Politiker Jürgen Trittin erkennt nach dem Ringen um die Besetzung der Grünen-Ministerposten in der neuen Bundesregierung keinen innerparteilichen Konflikt. Das zeige auch die Einstimmigkeit im Bundesvorstand der Partei, sagte Trittin, der dem linken Flügel angehört, am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. "Das ist ein sehr, sehr gutes Team", sagte Trittin.

Der frühere Parteivorsitzende Cem Özdemir soll nun Minister für Landwirtschaft und Ernährung werden. Er wäre der erste Bundesminister mit türkischen Wurzeln. Grünen-Chef Robert Habeck soll Vizekanzler sowie Klima- und Energieminister werden, Co-Chefin Annalena Baerbock wie erwartet Außenministerin. Das Umweltministerium soll die frühere Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke übernehmen. Die rheinland-pfälzische Klimaministerin Anne Spiegel soll Familienministerin werden. Dafür geht Fraktionschef Anton Hofreiter als Experte für Umweltschutz und Landwirtschaft leer aus. Die Beschlüsse waren am Donnerstagabend gefallen.

Die stellvertretende Grünen-Vorsitzende Jamila Schäfer räumte ein, dass es einen Schlagabtausch im Vorstand über die Frage Özdemir oder Hofreiter gegeben habe. "Wir haben da schon heftig gerungen, das stimmt schon. Aber am Ende haben wir auch eine gemeinsame Lösung gefunden", sagte Schäfer im BR24-Thema des Tages. Sie schätze Özdemir "als starke Stimme für uns gegen Rechtsextremismus, für eine ambitionierte Klimapolitik".

Einen Tag später als geplant beginnt damit die Urabstimmung der Grünen über den Koalitionsvertrag mit SPD und FDP. Die 125 000 Parteimitglieder können zudem elektronisch - oder falls nötig per Post - über die künftigen grünen Ministerinnen und Minister abstimmen. Im Ergebnis sind nun drei von fünf vorgeschlagenen Grünen-Ministern Realos, zwei Linke. Die aktuelle Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth soll Staatsministerin für Kultur und Medien werden. Der Bayern2 Radiowelt sagte Schäfer, sie rechne mit einer großen Mehrheit für den Koalitionsvertrag bei der Urabstimmung. Das Ergebnis soll nach früheren Angaben in zehn Tagen vorliegen.

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