Riexinger ruft Linke zu Beilegung ihres Machtkampfs auf

Kipping (r.), Wagenknecht (l.) auf dem Linkenparteitag

Linken-Chef Bernd Riexinger hat seine Partei aufgerufen, den seit Monaten schwelenden Machtkampf zu beenden. Auf dem Parteitag der Linken in Leipzig sagte der Vorsitzende am Freitagabend, die Partei solle ihre Differenzen "gemeinsam und nicht gegeneinander" klären. Die Partei müsse ihre Gedanken bündeln und ihre Inhalte durchsetzen.

Riexinger bezog sich damit auf die Streitigkeiten, die zwischen ihm und Ko-Parteichefin Katja Kipping einerseits sowie der Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht anderseits bestehen. Dabei geht es auch um die Flüchtlingspolitik. Riexinger warb dafür, dass die Linke bei ihrer Forderung nach offenen Grenzen bleibt.

"In einer Zeit, in der das Asylrecht mit Füßen getreten wird, muss es eine Partei geben, die nicht zuschaut, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken", sagte Riexinger. Er fügte hinzu: "Wir brauchen sichere legale Fluchtwege und offene Grenzen."

Im Gegensatz zu Riexinger und Kipping befürwortet Wagenknecht Begrenzungen bei der Zuwanderung, etwa im Bereich der Arbeitsmigration. "Wir wollen uns gemeinsam aufstellen, um die Linke zu stärken", appellierte Riexinger an seine Partei.

Die Delegierten wollen am Samstag ihre Führung neu wählen, dabei gilt die Wiederwahl von Riexinger und Kipping als sicher. Mit Spannung wird allerdings erwartet, wie die beiden angesichts des heftigen Führungsstreits in der Partei abschneiden werden.

Eine Kampfkandidatur wird es um den Posten des Bundesgeschäftsführers geben: Die Parteispitze unterstützt den Linken-Landesvize von Sachsen-Anhalt, Jörg Schindler. Gegen ihn kandidiert der frühere Bundestagsabgeordnete Frank Tempel.