Riesige Trauerfeier in Teheran für Opfer von IS-Miliz in Syrien

Trauerfeier in Teheran für Mohsen Hodschadschi

In Teheran ist mit einer riesigen Trauerfeier eines iranischen Freiwilligen gedacht worden, der in Syrien von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) enthauptet worden war. Zu Ehren des getöteten Mohsen Hodschadschi, der im Iran zu einer Ikone des Anti-IS-Kampfs geworden ist, kamen am Mittwoch tausende schwarz gekleidete Iraner mit roten Fahnen auf Teherans Imam-Hossein-Platz zusammen.

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei würdigte den 25-Jährigen bei einem Treffen mit den Angehörigen als einen besonderen "Märtyrer". Hodschadschis Tod hat im schiitischen Iran zu einer ungewöhnlichen Mobilisierung der Öffentlichkeit für die iranischen Militäreinsätze in Syrien und dem Irak geführt.

Neben "Ausbildern" und "Beratern" der iranischen Revolutionsgarden hat Teheran auch tausende "Freiwillige" wie Hodschadschi in die Nachbarländer geschickt, um Syriens Machthaber Baschar al-Assad und die Regierung in Bagdad gegen die radikal sunnitische IS-Miliz zu unterstützen.

Hodschadschi wurde am 7. August bei einem IS-Angriff auf einen Außenposten der Revolutionsgarden bei Al-Tanaf gefangen genommen. Das Bild des jungen Mannes, der mit stoischer Mine dasteht, während ihm ein grimmig dreinschauender IS-Kämpfer ein Messer an den Rücken hält, schlug große Wellen im Iran.

An der Trauerfeier am Mittwoch nahm auch der beliebte Sänger Sadegh Ahangaran teil, der in einem emotionalen Auftritt Hodschadschi und die anderen "Verteidiger des Schreins" würdigte. Die Militäreinsätze in Syrien und dem Irak werden im Iran mit der Notwendigkeit begründet, die schiitischen Heiligtümer gegen die IS-Miliz und andere sunnitische Extremisten zu verteidigen.

Neben Iranern kämpfen in Syrien und dem Irak auch afghanische und pakistanische "Freiwillige" unter dem Kommando der Revolutionsgarden. Seit Beginn der Einsätze sind schon tausende dieser Kämpfer gefallen. Hodschadschis Leiche wurde im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens später an die libanesische Hisbollah-Miliz übergeben, die an der Seite der Iraner in Syrien kämpft.