Riesenlaser gegen Weltraummüll: Chinesische Wissenschaftler planen Entrümpelungsaktion im All

 

Auch fernab unseres Planeten werden Abfälle zu einem ernsthaften Problem. (Bild: ddp Images/Sergey Nivens/Shotsho)

Chinesische Wissenschaftler veröffentlichten in einer neuen Studie einen spektakulären Vorschlag zur Müllbeseitigung im Weltraum. Mit Lasern sollen Trümmer aus der Umlaufbahn gesprengt werden.

Der Mensch sorgt nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum für Unmengen an Müll. Während Plastikinseln in den Ozeanen das größte terrestrische Müllproblem darstellen, sind es im Weltraum vor allem alte, nicht mehr benutzte Satelliten, die immer noch im Orbit herumschweben. Wie das Tech-Magazin „Boy Genius Report“ berichtete, will China der Vermüllung des Alls nun Einhalt gebieten – und plant eine Entrümpelungsaktion im Orbit.

Weltraummüll sei ein immenses Problem, argumentieren Forscherteams: Schließlich bedrohen die frei herumfliegenden Trümmer aktive Satelliten. Zu den bisherigen Lösungsvorschlägen gehörten unter anderem Magneten, mit denen man die alten Satelliten aus dem Orbit ziehen wollte. Auch eine Art Riesennetz, mit dem man lose Trümmer einfangen wollte, wurde in Betracht gezogen. Keiner dieser Vorschläge stellte sich als optimal heraus.

Der aktuelle Vorschlag Chinas ist hingegen so spannend wie effektiv. Der Plan: Mit riesigen Lasern soll auf Objekte im All geschossen werden. So werden Satelliten und Weltraum-Unrat zu kleinen Partikeln und Fragmenten zertrümmert und damit schadlos gemacht.

Wissenschaftler der Universität für Luft- und Raumfahrt in China veröffentlichten diesen Vorschlag in einer Studie namens „Auswirkungen von orbitalen Elementen von raumbasierten Laserstationen bei einer Trümmerbeseitigung im kleinen Maßstab“. („Impacts of orbital elements of space-based laser station on small scale space debris removal.”)

Darin beschreiben die Autoren die Effektivität einer „Müllbeseitigung“ durch sogenannte „Riesenlaser“. Analysiert wurde unter anderem die Geschwindigkeitsabweichung der durch den Laser beseitigen Trümmer sowie das Manövrieren der Teile. Mittels numerischer Simulation analysierten die Autoren der Studie ihre Theorie.

Während Experten die Methode für äußerst effektiv halten, sehen sie in ihr aber auch ein massives Problem, und zwar auf politischer Ebene: Der Gedanke auf eine derartige Weltraumwaffe in den Händen Chinas dürfte in der internationalen Gemeinschaft auf wenig Gegenliebe stoßen.