Deshalb ist Riems die wohl gefährlichste Insel Deutschlands

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Nach Reaktorexplosionen sind die Areale um die Atomkraftwerke Tschernobyl und Fukushima bis heute Sperrgebiete. Denn die radioaktive Strahlung verseuchte Wasser, Böden und die Luft. Doch nicht nur in Japan und der Ukraine gibt es solche Sperrgebiete - auch in Deutschland hat eine Insel einen solchen Status. 

Auf der Insel Riems befindet sich das Friedrich-Loeffler-Institut. (Bild: Stefan Dinse/Shutterstock.com)
Auf der Insel Riems befindet sich das Friedrich-Loeffler-Institut. (Bild: Stefan Dinse/Shutterstock.com)

Der Grund dafür ist allerdings keine Nuklearkatastrophe, sondern die Virenforschung.

Das Friedrich-Loeffler-Institut arbeitet mit Viren

Die 1.250 Meter lange und 300 Meter breite Insel Riems liegt im Südwesten der Bucht Greifswalder Bodden, welche sich zwischen dem Festland und der Insel Rügen erstreckt. Das kleine Fleckchen Erde in der Ostsee beherbergt den Hauptsitz des Friedrich-Loeffler-Instituts. Seit 1910 untersuchen Wissenschaftler im heutigen Bundesforschungsinstitut Tierseuchen. Damit gehört es zu den ältesten Forschungsstätten für Viren weltweit.

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Friedrich Loeffler (1852-1915) entdeckte im Jahr 1898 bei einem Versuch, dass für die Maul- und Klauenseuche bei Rindern und Schweinen keine Bakterien verantwortlich sind, sondern Viren. Allerdings hatte seine Entdeckung auch einen unerfreulichen Nebeneffekt: Loeffler infizierte aus Versehen eine ganze Region mit der Seuche. Damit dies nicht nochmal passieren konnte, verlegte er seine Forschung auf die Insel Riems.

Das Coronavirus wird auf Riems untersucht

Im Zweiten Weltkrieg nutzte man den abgelegenen Ort, um an Biowaffen zu forschen. Zu DDR-Zeiten widmeten sich die rund 800 Beschäftigten der Impfstoffentwicklung. Heute sind es noch circa 450 Angestellte, die auf Riems Tierseuchen wie BSE, Ebola oder Tollwut untersuchen. Zudem werden Veterinär-Impfstoffe auf der abgeriegelten Ostseeinsel entwickelt. Im Jahr 2006 forschten Wissenschaftler beispielsweise nach einem Vakzin gegen die Vogelgrippe. Seit 2020 geht es bei den Forschungen auch um SARS-CoV-2, wie aus einer Pressemitteilung hervorging.

Die Bundesregierung investierte im Jahr 2008 rund 300 Millionen Euro in das Institut - die Anlage wurde bis 2013 immer größer und moderner. Über 80 Labore kann die Forschungseinrichtung mittlerweile vorweisen. Auch ein kleines Dorf namens Riemserort gehört zur Insel. Dort leben knapp 1.000 Menschen, wie das ZDF berichtete. Angst vor Seuchen haben diese Bewohner offenbar nicht. 

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