Richtlinie: Keine Brötchentaste für Chorweiler

Politiker fordern freies Kurzparken an vier Stellen und kritisieren städtische Pläne

Norbert Schott von der CDU brachte die Stimmung der Bezirksvertreter von Chorweiler auf den Punkt: Es sei schön, dass das Thema "Brötchentaste" auf der Tagesordnung der Sitzung stehe, "aber es ist unschön, dass es nicht in unseren ländlichen Raum passt". Denn derzeit sieht es danach aus, dass der Bezirk keine der heißt begehrten Brötchentasten bekommt - die Stadt lehnte alle drei Vorschläge des Stadtteilparlaments ab. Das Konzept, dass nun stadtweit an bestimmten Straßen eingeführt wird, erlaubt nach Ziehen eines Tickets am Automaten 15 Minuten kostenfreies Parken auf ansonsten kostenpflichtigen Stellplätzen. Kunden können schnell zum Bäcker, Metzger oder zur Apotheke gehen.

Für die Frage, wo solche Neuregelungen eingeführt werden könnten, sind laut Stadtverwaltung vier Kriterien entscheidend. So müssen die Straßen Teil eines Bezirks-, Bezirksteil- oder Mittel-Zentrums sein, zudem soll der Anteil an Geschäften des täglichen und kurzfristigen Bedarfs mindestens 30 Prozent betragen. Parkscheinautomaten dürfen außerdem keinen roten Punkt für das Anwohnerparken aufweisen, und die Stellplätze müssen entweder unmittelbar am Geschäft liegen oder dürfen nur durch einen Grünstreifen davon getrennt sein.

Die Chorweiler Bezirksvertreter wünschen sich das Modell für den Londoner Platz, den Liverpooler Platz und die Florenzer Straße. Entsprechende Anträge gab es bereits in den vergangenen Jahren. Doch laut Verwaltung erfüllt keiner dieser Orte die entsprechenden Kriterien. So sei beispielsweise der Liverpooler Platz ungeeignet, da "durch die zurück zu legenden Wege vom Parkplatz zum Geschäft innerhalb des Einkaufszentrums bereits so viel Zeit benötigt wird, dass zum tatsächlichen Einkauf die Zeit nicht ausreicht". Sprich: Wenn man einmal beim Bäcker steht, sind die 15 Minuten bereits abgelaufen.

Die Mehrheit der Chorweiler Bezirksvertreter beharrt auf der Brötchentaste an den drei Standorten und zudem noch in Heimersdorf. "Ich brauche keine 15 Minuten, um vom Liverpooler Platz zum Bäcker zu gehen, sondern weniger", sagt Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner. "Durch solche städtischen Kriterien entfallen sämtliche Möglichkeiten, im Bezirk eine Brötchentaste einzuführen." Zöllner fordert deshalb, dass die Kriterien in Chorweiler nicht angewendet werden. Zudem möchten die Bezirksvertreter selbst entscheiden, wo eine Brötchentaste notwendig ist - und nicht die Stadt. Immerhin: "Wir werden jetzt prüfen, ob eine Brötchentaste in Heimersdorf möglich ist", erläuterte ein Sprecher der Stadt.

Zudem folgte das Stadtteilparlament mehrheitlich einem außergewöhnlichen Vorschlag des Linken-Bezirksvertreters Klaus Roth. So soll die Verwaltung Gespräche mit den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) führen, damit Preise für das Kurzstreckenticket analog zum Kurzparken entwickelt werden können - und es kostenfrei angeboten werden kann. Die FDP votierte dagegen. "Wir setzen einseitig auf die Autofahrer, wenn sich jeder in sein Auto setzt und Brötchen holt", ergänzt Roth, "wir müssen weiter sein in der Konzeption. Deshalb mein Vorschlag: Mit Bus und Bahn zum Bäcker fahren, dafür gibt es die Kurzstrecke dann kostenlos." Das gelte aber nur für Fahrten, die zu Einkaufszentren führen, beispielsweise nach Heimersdorf oder Chorweiler....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta