Richtigstellung: What the Fork? Verwirrung um Monero-Hard-Fork

Alexander Roos

Am 09. April berichteten wir von der erfolgreichen Monero-Hard-Fork am 6. April und die darauf folgenden Konsequenzen. In diesem Artikel war die Rede von 5 unterschiedlichen Monero-Forks, die jetzt im Netz kursierten. Das ist allerdings nicht korrekt. Denn es gibt nur zwei verschiedene Blockchains: Die neue (Hard Fork V7) und die alte (Hard Fork V6). Monero (XMR) existiert auf V7 – die Hard Fork funktionierte. Auf der alten Chain herrscht allgemeine Verwirrung.

Was war doch gleich eine Hard Fork?

Rekapitulieren wir anhand eines praktischen Beispiels, was eine Hard Fork ist:

Man stelle sich eine Gruppe Menschen vor, deren Diät keinen bestimmten Regeln folgt. Der Konsens: alles ist erlaubt. Eine Hard Fork würde stattfinden, wenn eine Gruppe unter sich ausmacht, ab sofort auf Fleisch zu verzichten. Innerhalb der Gruppe ändern sich jetzt die Konsensregeln – Fleisch ist nicht erlaubt. Die neuen Regeln sind nicht mit den ursprünglichen Regeln zu vereinbaren. Wichtig: Jeder, der bei einer Hard Fork mitmachen will, muss sich dann an die neuen Regeln halten.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch eine Hard Fork im Konsensprotokoll der verschiedenen Kryptowährungen. So hatte Bitcoin Cash beispielsweise die Regeln bezüglich der Blockgröße von Bitcoin verändert.

Monero offizielle Hard Fork V7

Hard Forks sind alte Bekannte in Monero – ca. alle 6 Monate führt das Developer-Team eine Monero-Hard-Fork durch. Diese integriert neue Funktionen in das System. Das Netzwerk stimmt den neuen Regeln zu, indem es die Monero-Software aktualisiert. Eine solche Hard Fork, genannt Hard Fork V7, fand am 6. April statt. Das Update verlief problemlos und Monero lebt nun auf der V7-Blockchain weiter. Soviel zum offiziellen Monero-Projekt.

Schlacht um Hard Fork V6

Die alte Blockchain, deren Regeln man „Leb wohl“ sagt, stirbt normalerweise nach einer offiziellen Monero-Hard-Fork. Das heißt, sie wird nicht weiter gemint, auf Exchanges gehandelt etc.

Im jüngsten Fall kam es allerdings anders. So wird die alte Monero-Blockchain, die Hard Fork V6, weiterhin von signifikanter Hashpower gemint. Von wem? Die Vermutung ist, dass ASIC-Miner bereits am Monero-Netzwerk angeschlossen waren. Hard Fork V7 macht die ASICs unbrauchbar. Anstatt diese abzuschalten, mint der Betreiber lieber die alte Chain – Hard Fork V6.

Das alte Netzwerk lebt also weiter. Doch scheint es jetzt Verwirrung um die Namen zu geben: Moner0, 2x Monero Classic (einmal allerdings „Monero-Classic“ geschrieben) und Monero Original heißen die einzelnen „Projekte“. Essentiell: Alle laufen auf dem gleichen Binär-Code – sind also letztlich dasselbe.

Die Grafik zeigt die zwei unterschiedlichen Chains: Hard Fork V7 mit Monero; Hard Fork V6 mit den Namen Monero0, Monero Original, Monero Classic & Monero-Classic.

Was man davon halten kann

Der Fakt, dass die alte Monero-Blockchain weiterhin mit signifikatner Rechenpower gemint wird, sollte stutzig machen. Nicht zuletzt handelte es sich bei der neuen Monero-Hard-Fork um ein Update, also eine Verbesserung. Eine Erklärung wäre, dass bestimmte Rechner eben nicht umstellen können – weil sie nicht für den veränderten Proof-of-Work-Algoritmus gemacht sind. Unter dieser Betrachtung sind die „neuen Coins“ lediglich ein Versuch, weiterhin Profit aus den ASIC-Minern zu schlagen.

Es können Probleme entstehen, wenn Monero eine Hard Fork durchläuft und anschließend dasselbe Geld in beiden Netzwerken ausgegeben wird. Dadurch enthüllt sich der Sender und verringert gleichsam die Entropie des Netzwerkes. Das „Claimen“ der Monero Classic et. al. hat also durchaus einen Preis: ein Stück Privatsphäre.

Das offizielle Monero-Netzwerk ist in der nächsten Version (Hard Fork V7) und lässt die „Wettbewerber“ zurück. Weitere essentielle Features werden nur für Monero (XMR) entwickelt. Dazu zählen unter anderem die sogenannten Bulletproofs (die die Größe einer Transaktion um gut 80 % reduzieren) oder der Support für die Ledger-Hardware-Wallet.

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Source: BTC-ECHO

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