Richterin setzt Transgender-Anordnung von Trump außer Kraft

Proteste gegen Ausschluss von Transgender aus der Armee

Eine Bundesrichterin hat die Anordnung von US-Präsident Donald Trump außer Kraft gesetzt, nach der Transgender nicht mehr zum Dienst in den US-Streitkräften zugelassen werden sollen. Die Washingtoner Richterin Colleen Kollar-Kotelly entschied am Montag, dass wieder die von Trumps Vorgänger Barack Obama erlassene Anordnung gelten soll. Diese sah vor, dass Transgender ab dem 1. Juli 2017 ebenso wie Menschen mit anderer sexueller Orientierung in die US-Streitkräfte aufgenommen werden können.

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen sowie für solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen. Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es Schätzungen zufolge zwischen 1320 und 15.000 Transgender.

Der Aufnahmestopp für Transgender sollte nach Trumps Direktive vom August am 23. März 2018 in Kraft treten. Das US-Militär dürfe nicht mit den "enormen medizinischen Kosten und der Störung belastet werden", die Transgender mit sich brächten, lautete Trumps Argumentation.

Die Entscheidung der Washingtoner Bezirksrichterin bezieht sich auf Klagen von fünf Frauen, die ihre berufliche Zukunft durch Trumps Direktive gefährdet sahen. Richterin Kollar-Kotelly wies aber die Forderung der Klägerinnen zurück, dass die Übernahme medizinischer Kosten zur Behandlung von Transgender gewährleistet werden müsse.