Ricciardo: Sogar Hamilton macht mit beim "Shoey"!

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

"Das erste Podium war ja schon surreal. Jetzt noch eines, so knapp hinterher, das ist klasse!" So fasst Daniel Ricciardo nach dem Emilia-Romagna-Grand-Prix in Imola seine Emotionen zusammen. Der Renault-Fahrer hat mit Platz drei seinen vierten Rang in der Formel-1-Fahrerwertung gefestigt und sein Team zugleich auf P3 der Konstrukteurswertung aufrücken lassen.

Ob Renault-Teamchef Cyril Abiteboul deshalb ein weiteres Tattoo bekommt? Das war schon direkt nach dem Rennen ein Thema, wie Ricciardo erklärt. Abiteboul habe ihm gesagt: "Glückwunsch, aber ich lasse mir kein weiteres Tattoo stechen!"

Immerhin vergaß Ricciardo dieses Mal nicht, auf dem Podium einen "Shoey" einzulegen und aus seinem Rennschuh zu trinken. Sogar Sieger Lewis Hamilton machte mit, hatte aber wenig Freude am besonderen Schampus.

Ricciardo hatte sich schon auf P5 eingestellt

"Es schmeckte definitiv nicht toll", sagte Hamilton. "Ich mag ja schon Champagner nicht besonders, aber so schmeckt er auf jeden Fall schlechter!"

Und Ricciardo schmeckte der unverhoffte dritte Platz hinter Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas. "Wir hatten uns eigentlich schon mit P5 arrangiert", erklärt er. "Das war heute unsere Pace."

Dann aber flog Red-Bull-Fahrer Max Verstappen ab und die Ereignisse überschlugen sich: Racing-Point-Fahrer Sergio Perez, der vor Ricciardo lag, ging unter Safety-Car-Bedingungen an die Box, um nochmals frische Reifen zu holen. "Ich war ziemlich überrascht", meint Ricciardo, "aber natürlich grinste ich."

Wer entschieden hat, draußen zu bleiben

So übernahm der Renault-Fahrer nämlich kampflos P3 im Rennen, allerdings nicht ohne Gegenwehr in den Schlussrunden nach dem Re-Start. "Mir war schon klar, dass es schwierig werden würde, mit gebrauchten harten Reifen in den Re-Start zu gehen. Ich hatte aber viel Freude am Verteidigen", sagt Ricciardo.

Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20 celebrates in Parc Ferme

Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20 celebrates in Parc Ferme <span class="copyright">Glenn Dunbar / Motorsport Images</span>
Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20 celebrates in Parc Ferme Glenn Dunbar / Motorsport Images

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Daniel Ricciardo, Renault F1, 3rd position, celebrates in Parc Ferme

Daniel Ricciardo, Renault F1, 3rd position, celebrates in Parc Ferme<span class="copyright">Andy Hone / Motorsport Images</span>
Daniel Ricciardo, Renault F1, 3rd position, celebrates in Parc FermeAndy Hone / Motorsport Images

Andy Hone / Motorsport Images

Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20, Charles Leclerc, Ferrari SF1000

Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20, Charles Leclerc, Ferrari SF1000<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20, Charles Leclerc, Ferrari SF1000Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20, Alex Albon, Red Bull Racing RB16

Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20, Alex Albon, Red Bull Racing RB16<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Daniel Ricciardo, Renault F1 Team R.S.20, Alex Albon, Red Bull Racing RB16Mark Sutton / Motorsport Images

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Er stellt klar: "Das Team und ich, wir wollten draußen bleiben. Wäre Perez dann noch einmal vorbeigekommen, dann okay. Es war das Risiko wert, und es hat sich bezahlt gemacht."

So sieht es auch Abiteboul: "Wir nahmen an, die Reifen hätten noch genug Leben in sich, um einer Attacke von hinten standzuhalten. Das war sehr mutig, aber es zahlte sich aus, dank einer fantastischen Fahrleisung von Daniel."

Späte Attacke durch Kwjat

Ricciardo habe die Pirelli-Reifen während der Safety-Car-Phase perfekt belastet, um nach der erneuten Freigabe des Rennens sofort deren ideale Leistung abrufen zu können. "Zum Schluss hat er dann noch einige sehr saubere Runden hingelegt, um uns das Podestergebnis zu bescheren", meint Abiteboul.

Allerdings: Eine Spazierfahrt war es nicht, denn mit AlphaTauri-Mann Daniil Kwjat tauchte noch ein unerwarteter Gegner im Rückspiegel Ricciardos auf. "Ich war nicht sicher, wo er plötzlich hergekommen war", sagt Ricciardo, "aber er war auf Soft unterwegs und machte viel Druck. Ich hielt meine Position trotzdem."

Anders Esteban Ocon: Ricciardos Renault-Teamkollege rollte mit defektem Getriebe aus und sammelte keine Punkte. Deshalb nimmt Ricciardo sein Team mit Blick auf die WM-Tabelle in die Pflicht: "Wenn wir vorne [auf P3] bleiben wollen, dann brauchen wir beide Autos in den Top 10. Und wir kämpfen bis zum Schluss.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.