Riad investiert im kommenden Jahrzehnt 52 Milliarden Euro in Unterhaltung

Das saudiarabische Königreich treibt seine Pläne voran, die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Öl zu durchbrechen. Im kommenden Jahrzehnt will es 52 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Geldern in den Unterhaltungssektor investieren

Das Königreich Saudi-Arabien treibt seine Pläne voran, die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Öl zu durchbrechen - und plant, im kommenden Jahrzehnt 64 Milliarden Dollar (52 Milliarden Euro) in den Unterhaltungssektor zu investieren. Die Infrastruktur entstehe bereits, sagte der Chef der Unterhaltungsbehörde, Ahmad bin Akeel al-Chatib, am Donnerstag auf einer mit viel Pomp inszenierten Pressekonferenz in der Hauptstadt Riad.

Der Grundstein für ein neues Opernhaus ist Chatib zufolge bereits gelegt. Für das kommende Jahr seien "mehr als 5000 Ereignisse geplant". Auf einer Leinwand hinter Chatib tauchten Namen auf wie die der britischen Band Maroon 5, des italienischen Tenors Andrea Bocelli und des kanadischen Zirkus Cirque du Soleil.

Kronprinz Mohammed bin Salman betreibt seit einiger Zeit ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Modernisierungsprogramm namens "Vision 2030". Ziel ist es, die Wirtschaft Saudi-Arabiens breiter aufzustellen und die Abhängigkeit vom Öl in Zeiten sinkender Energiepreise zu verringern. Viele Saudi-Araber verbringen ihre Freizeit in den benachbarten Emiraten Dubai und Bahrain und geben Milliarden in der dortigen Vergnügungsindustrie aus.

In den vergangenen Monaten gab es in der erzkonservativen Monarchie bereits verschiedene Lockerungen: Für Juni wurde die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen angekündigt, Mädchen wurde Sportunterricht an staatlichen Schulen erlaubt, und den Nationalfeiertag feierten Männer und Frauen erstmals gemeinsam im Stadion. Doch saudiarabische Frauen benötigen immer noch die Erlaubnis eines männlichen Verwandten, um zu studieren oder zu reisen.

Außenpolitisch steuert Saudi-Arabien weiterhin einen rigiden Kurs. Seit März 2015 fliegt eine Militärkoalition unter Riads Führung unter Inkaufnahme zahlreicher ziviler Todesopfer Luftangriffe im Jemen, um den Kampf der dortigen Regierung gegen die vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Miliz zu unterstützen. Im Inneren greift das Königshaus hart gegen Kritiker durch.