Rheinmetalls neuer Kampfpanzer Panther: Eine Bedrohung für Putins Superpanzer?

Der neue Kampfpanzer „Panther“ - Copyright: Rheinmetall
Der neue Kampfpanzer „Panther“ - Copyright: Rheinmetall

Lange Zeit galt der Leopard-2-Panzer als weltweit stärkster Kampfpanzer. Doch nun soll es einen Nachfolger geben: Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris feierte Rüstungskonzern Rheinmetall die Premiere seines neu entwickelten Kampfpanzers „KF51 Panther“.

Dabei soll der Panther-Panzer nicht nur mehr Feuerkraft als sein Vorgänger Leopard haben, sondern auch weitaus mobiler im Gelände sein: Mit nur 59 Tonnen Gewicht ist der Panther ein wenig leichter und kann rund 500 Kilometer weit fahren.

Ein "Gamechanger für die Gefechtsfelder der Zukunft" beschreibt ihn der Konzern selbst – und kommt damit auch einer Rüstungskooperation mit Frankreich zuvor. Denn eigentlich wollten Deutschland und Frankreich gemeinsam einen neuen Kampfpanzer bis 2035 entwickeln. Der Konzern fühlt sich laut "Handelsblatt" von seinem Rivalen bei dem Projekt jedoch außen vor gehalten und stellt mit dem Panther einen Panzer vor, der schneller einsatzbereit sein soll.

Doch was steckt hinter dem neuen Kampfpanzer? Und kann er mit Panzern aus Russland mithalten?

Wie funktioniert der Panther-Panzer und welche Updates hat er im Vergleich zum Leopard 2?

Insgesamt hat Rheinmetall die Bewaffnung des Panzers aufgerüstet. Die Hauptwaffe des Panzers bleibt die Kanone, die ein 130 Millimeter-Kaliber ermöglicht statt wie bisher 120 Millimeter-Kaliber beim Leopard. Laut Rheinmetall soll das allein zu 50 Prozent höherer Wirkung führen. Hinzukommt: die Wucht- oder Streumunition muss nicht mehr länger mit Hand geladen werden, sondern künftig über einen automatischen Lader.

Neben der Hauptkanone soll der Panther außerdem mit einem Maschinengewehr und begleitenden Drohnen ausgestattet werden. Letztere sollen von einer Person an Bord gesteuert werden können. Als "herausragendes Merkmal der Überlebensfähigkeit" gilt laut Rheinmetall zudem ein sogenanntes abstandsaktives Schutzsystem, welches anfliegende Geschosse, Drohnen oder Lenkraketen vor dem Eintreffen am Panzer zerstören soll.

Der Panther-Panzer am Rheinmetall-Messestand in Paris. - Copyright: Rheinmetall
Der Panther-Panzer am Rheinmetall-Messestand in Paris. - Copyright: Rheinmetall

Dabei haben die Ingenieure von Rheinmetall bereits künftige Varianten des Panther-Panzers mit eingeplant: Perspektivisch soll es Panther auch mit unbemannten Türmen geben oder Fahrzeuge, die sich komplett aus der Ferne bedienen lassen. Beides bedeutet mehr Sicherheit für die Besatzung.

Grundsätzlich ist der Panther allerdings für eine dreiköpfige Besatzung ausgelegt: Kommandant, Richtschütze im Turm und Fahrer im Fahrgestell. Dort befindet sich auch ein zusätzlicher, vierter Platz für einen Waffen- und Systemspezialisten oder für Führungspersonal wie einen Kompaniechef.

Kann der Panther-Panzer mit russischen Panzern wie dem Modell Armata mithalten?

Der Armata-Panzer aus Russland galt Rüstungsexperten zufolge als Revolution, weil er schon 2015 eine neuere Ausstattung als der Leopard 2 vorweisen konnte. Das Grundkonzept ist ähnlich wie beim Panther nun ein unbemannter Turm und eine Mini-Besatzung in einem Kompakt-Kampfraum in der Wanne.

Der Panther übertrifft den Armata-Panzer aber in einigen Punkten: So ermöglicht der russische Panzer bisher nur ein Kaliber von 125 Millimetern, also weniger als beim Panther. Weiterhin beschränkte sich Rheinmetall beim Panther nicht nur auf die Aktualisierung von Kampfpanzerkonzepten, sondern konzipierte die Plattform von Grund auf neu. Der KF51 Panther, heißt es vom Konzern, lasse sich daher leicht updaten und somit mit den neuesten bedrohungsgerechten Fähigkeiten und Funktionen ausstatten.

Der Armata-Panzer soll hingegen wegen fehlender Spezialmaterialien und Subkomponenten aus dem Westen Probleme bei der Serienproduktion bekommen haben, sagte Militärexperte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations dem "Spiegel".

Wer soll mit Panther-Panzern beliefert werden?

An dem neuen Kampfpanzer sollen wohl erste Länder aus Osteuropa bereits Interesse bekundet haben. Doch Rheinmetall-Chef Armin Papperger soll sich die Bundeswehr als Referenzkunden wünschen. Immerhin erwarten den Konzern durch das 100-Milliarden-Euro-Sonderbudget für die Bundeswehr mehr Aufträge und damit auch steigende Umsätze.

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