Rheinmetall gewinnt Milliarden-Panzerauftrag in Australien


Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen der größten Aufträge der bisherigen Firmengeschichte erhalten. Und diesmal ist der Kunde kein fragwürdiges Regime im Nahen Osten.

Am Mittwochmorgen teilte der Konzern mit, dass Australien 211 Radspähpanzer vom Typ Boxer CRV bestellt. Insgesamt erreicht der Auftrag damit ein Volumen von umgerechnet mindestens zwei Milliarden Euro.

Gebaut werden die Panzer größtenteils direkt in Australien. Ein Argument, mit dem Rheinmetall internationale Konkurrenten wie die britische BAE Systems und die finnische Patria ausstach. Die Auslieferung der Panzer soll ab 2019 beginnen und bis 2026 andauern.


„Wir dürfen damit einen der größten Aufträge der jüngeren Unternehmensgeschichte erwarten“, erklärte Vorstandschef Armin Papperger. Der australische Regierungschef Malcolm Turnbull habe das Rheinmetall-Geschäft vorgeschlagen. Der Auftrag selbst steht dem Unternehmen zufolge aber noch aus. Mit im Boot seien 40 Firmen aus Australien.

Der für das Australien-Geschäft zuständige Manager Ben Hudson sprach von einem harten Auswahlverfahren. Er dankte seinem Team sowie „allen Unterstützern in Deutschland und Australien“. Der von den Australiern favorisierte Panzer wird laut Rheinmetall bereits von Deutschland, den Niederlanden und Litauen genutzt oder gerade angeschafft.

Mit dem Milliardenprogramm „Land 400“ will Australien sein Militär modernisieren. Fast 700 veraltete Panzer sollen dafür ersetzt werden. Der aktuelle Auftrag fällt in die zweite Phase des Programms, auch für die dritte Phase hat Rheinmetall sich beworben. Das Volumen des Auftrags könnte darum noch deutlich wachsen. Denn die Gesamtinvestitionen Australiens in die Modernisierung der Streitkräfte werden auf 20 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Radpanzer Boxer könnte für den Düsseldorfer Konzern international weitere Großaufträge an Land ziehen. Auch in Großbritannien hat sich Rheinmetall an einer Ausschreibung über 500 Panzer beteiligt. Mit dem Großauftrag aus Australien haben die Deutschen hier Rückenwind – auch wenn eine offizielle Entscheidung noch aussteht.


Die Aussicht auf den milliardenschweren Auftrag schob Rheinmetall-Aktien vorbörslich an die MDax-Spitze. Die Papiere gewannen am Morgen bei Lang & Schwarz 1,3 Prozent.