Rheinderby eskaliert nach Fahnenklau weiter

Johannes Fischer

Das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach wirkt auch vier Tage nach dem 2:1-Sieg der Geißböcke nach. Allerdings geht es längst nicht mehr um das hochemotionale Ende nach Simon Teroddes Last-Minute-Treffer - sondern nur noch um Dinge abseits des Spielgeschehens.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht der Kölner Fahnenklau und die Reaktionen darauf.

Nachdem Mönchengladbachs Vize-Präsident Reiner Bonhof den Kölner Ordnungskräften vorgeworfen hatte, "brutal versagt" zu haben, attackierte Geschäftsführer Stephan Schippers nun die Verantwortlichen des rheinischen Konkurrenten.

Wehrle kontert Schippers

"Wenn ich mitbekomme, dass dieser Fahnenklau unter den Augen des 1. FC Köln als Erfolg über den ungeliebten Erzrivalen gefeiert wird, habe ich nicht das Gefühl, dass dort ernsthaft gearbeitet wird, dass die Derbys auch in Zukunft in Frieden ausgetragen werden können", so Schippers auf der Gladbacher Homepage.


Und: Man sei gespannt auf die Antworten aus Köln.

Das wiederum wollte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle nicht auf sich sitzen lassen. "Ich bin irritiert, dass der Kollege Schippers von uns öffentliche Antworten einfordert, nachdem wir bereits am Montag miteinander telefoniert haben", sagte Wehrle dem Kölner Stadtanzeiger:

"Ich wehre mich entschieden dagegen, dass die Gladbacher suggerieren, dass wir vom 1. FC Köln kein Interesse an friedlichen Derbys hätten. Das Gegenteil ist der Fall."

Seiner Meinung nach hätten auch die Gäste eine Mitschuld an den Auseinandersetzungen im Stadion: "Unsere Ordner konnten die Gladbacher Fans nur mit Mühe davon abzuhalten, in den Inneraum zu stürmen."

Podolski provoziert Gladbacher Fans

Zwei FC-Ultras hatten sich am Sonntag als Ordner verkleidet und in der Halbzeitpause eine Fahne der Gladbacher Ultras vom Zaun gerissen und entwendet.

Während die FC-Ikone Lukas Podolski die Aktion per Twitter gefeiert hatte ("Derbysieg, 3 Punkte, Fahne - was will man mehr"), lag die Stimmung bei den Gladbacher Verantwortlichen und Fans zwischen Unverständnis und Entrüstung.


"Es ist eine ganz unglückliche Situation hervorgerufen worden aus Japan", hatte Bonhof bei RTL Nitro gesagt. Man müsse "schon ganz schön aufpassen, um so etwas zu posten als Privat-Tweet".

Einige Fohlen-Anhänger hatten sich danach ein Twitter-Duell mit dem Japan-Legionär geliefert, bei dem es auch um den kürzlich eröffneten Dönerladen von Podolski ging.