Rheinbrücke bei Leverkusen: Kölner Grüne stellen sich gegen den Neubau

Die Kölner Bundestagskandidaten fordern eine Wende in der Verkehrspolitik.

Die vier Bundestagskandidaten der Kölner Grünen haben zusammen mit ihrer Parteispitze ein Ende der Planungen für einen Neubau der Leverkusener Brücke gefordert. Die derzeitige Verbindung solle saniert werden, ein Ausbau auf zwölf Spuren sei nicht nötig.

Der Eingriff in das Gelände der ehemaligen Mülldeponie Dhünnaue in Leverkusen sei „ein unkalkulierbares Risiko“, so Bundestagskandidatin Lisa-Marie Friede. „Wir befürchten schlimme Folgen“, sagt der Kölner Parteichef Frank Jablonski. Er überraschte bei der Vorstellung der grünen Bundestagskandidaten im „Café Bauturm“ mit der Prognose, dass man durchaus bald mit einem sinkenden Autoverkehrsaufkommen rechnen könne. Voraussetzung sei eine konsequente Förderung von Schienen- und Schiffsverkehr, um vor allem den Gütertransport von der Straße zu bekommen.

Auch beim zweiten Brückenbauprojekt in der Region sind die Grünen skeptisch. Man habe nichts gegen eine Prüfung, ob und für wen man im Kölner Süden eine neue Rheinbrücke bauen sollte, wenn sie ergebnisoffen erfolge. Die frühe Festlegung auf eine neue Autobahnbrücke lehne man ab.

Autofahren nicht verteufeln

Die Kölner Grünen werben für die Verkehrswende in Deutschland und in Köln. Die Kritik, dass auf Landes- und Stadtebene, wo sie als Koalitionspartner an den Hebeln der Macht saßen und sitzen, so wenig voran kommt, weisen sie zurück. „Wir hatten und haben es mit Koalitionspartnern zu tun, die man mühsam anschieben muss“, sagt Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge. Auf Bundesebene sei das Verkehrsressort leider dauerhaft mit der CSU verbunden. „Das bedeutet: viel Geld für die Straße, viel Geld für Bayern.

Es wäre Zeit, für einen grünen Verkehrsminister.“ Die Werbung für ein Umsteuern in der Verkehrspolitik soll sich nicht mit dem Image einer Anti-Autofahrer-Partei verbinden. „Wir sind nicht die Grünen der 80er Jahre“, so Landeschef Sven Lehmann, der erstmals für den Bundestag kandidiert. Man woll das Autofahren nicht verteufeln. „Aber es kann nicht so bleiben, wie es ist.“ Beispiel Stadtverkehr: Köln wächst, alle wollen mobil sein, aber der Raum ist begrenzt. „Wenn sich das Mobilitätsverhalten nicht ändert, kann die Stadt nicht lebenswert bleiben“, sagt Dröge.

Die Kölner Grünen hoffen, im nächsten Bundestag mit drei Vertretern mitmischen zu können. Lehmann und Dröge haben sichere Listenplätze. Damit es auch für die erst 24-jährige Kandidatin Lisa-Marie Friede reicht, müssten die Grünen rund 11 Prozent holen. Vierter und nahezu chancenloser Kandidat ist Hans Schwanitz....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta