Revierderby sorgt für Ärger: Ansetzung "ein Schlag in die Fresse"

Die Ansetzung des Revierderbys zwischen Schalke und dem BVB sorgt für viel Kritik seitens des Amateurfußballs. Viele Spiele müssen verschoben werden.

Das 174. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund sorgt für großen Ärger bei den Amateurfußballern der Region - weil es am Sonntag (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) angepfiffen wird. Rund 250 Spiele wurden deshalb nach WDR-Recherchen verlegt.

"Gerade der Sonntag ist ein Tag, an dem mehr Zuschauer zu Amateurspielen kommen als an anderen Tagen", sagte Manfred Schniebers vom Fußballverband Westfalen dem WDR. Der Aufwand einer Neuterminierung der Spiele sei für die ehrenamtlichen Mitarbeiter immens, so Schniebers. Für die neuen Ansetzungen müssten Schiedsrichter und Plätze der Kommunen zur Verfügung stehen.

Überkreislich kommt es zu mindestens 88 Spielverlegungen, in den Kreisligen werden je nach Region bis zu 75 Prozent der Partien verschoben. Die meisten Klubs weichen auf Termine unter der Woche aus.

Termin "ein Schlag in die Fresse"

Das Problem sind nicht nur fehlende Zuschauer, sondern auch fehlende Spieler. Viele Hobbykicker im Ruhrgebiet sind Fans von Schalke oder Dortmund und schauen sich lieber den Klassiker an, als selbst auf den Platz zu gehen.

"In meinem Kader habe ich etliche Schalker und Dortmunder, die heiß auf das Revierderby sind. Ich bin selbst Schalker und am Sonntag im Stadion", sagte Trainer Rene Lewejohann vom Sechstligisten SpVgg Erkenschwick, der bereits am Mittwoch spielte, der WAZ: "Wenn wir am Sonntag gespielt hätten, dann wären keine drei Zuschauer gekommen. Wir hätten dann auf einer Weide spielen können, wo ein Pferd und 'ne Kuh stehen."

Coach Holger Flossbach vom Ligakonkurrenten DSC Wanne-Eickel schimpfte, der Termin sei "ein Schlag in die Fresse für alle Amateurfußballer. Eine Frechheit - fast schon ein Skandal." Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte die Ansetzung unter anderem damit begründet, dass der BVB noch in der Europa League hätte spielen können.