Was Reus Kroos vor dem Freistoß zuflüsterte

Jonas Nohe, Florian Plettenberg, Jochen Stutzky, Onur Özdamar

Ein "Traumtor", ein "Geistesblitz" oder sogar eine "göttliche Szene": Die internationalen Medien überhäuften Toni Kroos nach seinem Last-Minute-Tor gegen Schweden mit Superlativen.

In der 95. Minute hatte der Champions-League-Sieger von Real Madrid einen Freistoß von der linken Strafraumkante zum 2:1-Siegtreffer ins lange Eck des schwedischen Tores gezirkelt.

Hauchdünn rauschte der Ball an der Mauer der Schweden vorbei, die offensichtlich mit einer Flanke gerechnet und Kroos deshalb nur zwei Mann in den Weg gestellt hatten.


Der 28-Jährige aber entschied sich für einen direkten Abschluss - trotz anfänglicher Skepsis, wie er nach dem Spiel zugab. Und Marco Reus sei Dank.

Kroos berichtet von Gespräch mit Reus

"Es war natürlich schon erst mal die Idee, zu flanken von der Position", erklärte Kroos, "aber das ist ja eigentlich das, was Schweden immer wollte, wo sie keine Probleme haben. Hohe Bälle im Strafraum wurden fast alle rausgeköpft."

Reus sei es gewesen, der ihm im Gespräch am schwedischen Strafraum die Idee zuflüsterte, direkt zu schießen. Vielleicht, weil er 2012 in der Bundesliga für den BVB gegen Augsburg aus ähnlicher Position schon mal ein Traumtor erzielt hatte. Oder weil er, wie er selbst sagte, "wusste, dass es eine der letzten Aktionen sein könnte".

Kroos aber blieb skeptisch: "Davon war ich nicht so ganz überzeugt, weil es einfach schwer ist aus dem Winkel", gestand der Mittelfeldstratege.


Reus und Kroos aber wurden sich doch noch einig.

Reus beeindruckt von Kroos' Traumtor

"Dann haben wir gesagt: 'Okay, dann mit Stoppen, damit wir den Winkel ein bisschen verbessern zum Schießen, ein bisschen mehr rein - und dann hat es halt irgendwie geklappt'", freute sich Kroos.

"Was soll man dazu sagen!?", meinte ein beeindruckter Reus über den Geniestreich seines Teamkollegen: "Bei dieser WM sind sehr viele Tore zum Schluss gefallen, heute war das Glück auf unserer Seite."

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