Reunion im Altenheim: Totgeglaubte Mutter und Tochter nach 79 Jahren wiedervereint

Joanne Loewenstern und ihre Mutter Lillian Ciminieri bei ihrem ersten Treffen (Bild: Facebook/Elliot Loewenstern)

Als sie 16 Jahre alt war, erfuhr die Amerikanerin Joanne Loewenstern, dass sie bei Adoptiveltern aufgewachsen war. Ihre Mutter sei tot, sagte man ihr damals. In Wahrheit lebte diese nur wenige Hundert Kilometer entfernt an der Küste von Florida. Auch sie dachte, dass ihre Tochter die Geburt nicht überlebt habe. Eine DNA-Analyse führte Mutter und Tochter nun wieder zusammen.

Elliot Loewenstern hat ein Facebook-Album veröffentlicht. In dreizehn Bildern und zwei Videos dokumentiert er den Besuch seiner Mutter bei seiner Großmutter in einem Altenheim in Florida. Was zunächst alltäglich klingt, ist in diesem Fall sensationell: Denn es handelt sich um ihr erstes Treffen nach 79 Jahren. „Meine Mom ist 1938 geboren und wird im Dezember 80 Jahre alt. Sie wurde adoptiert. Nun stellt sich heraus, dass ihre leibliche Mutter 101 Jahre alt ist und in einem Altenheim lebt.“

„Vor etwa einem Jahr hat meine Mutter ihre DNA an ‚Ancestor.com’ geschickt. Sie wurde 1938 geboren und wird in diesem Dezember 80 Jahre alt. Meine Großeltern haben sie adoptiert, wir haben ein sehr enges Verhältnis zu ihnen. Vor etwa einer Woche kontaktierte uns Sam, der Halbbruder meiner Mutter. Es stellte sich heraus, dass die leibliche Mutter meiner Mom 101 Jahre alt ist und in einem Altenheim in Port St Lucie lebt. Das ist unglaublich und meine Mutter kann endlich die Frage abhaken, wer sie ist. Gottes Wege sind unergründlich und der heutige Tag war etwas Besonderes. Meine Mutter ist so glücklich und dank der Hilfe meiner wunderschönen Frau ergeben sich für meine Familie nun neue Möglichkeiten. Shelley, du gibst unserer Familie dein Herz und deine Seele. Das war großartig und hat für meine Mutter alles geändert.“

Beide Frauen leben heute in Florida, geboren wurde Joanna aber mehr als 1000 Kilometer entfernt in New York. Mutter wie Tochter wurde erzählt, dass die jeweils andere gestorben sei. Warum man Mutter Lillian Ciminieri nach der Geburt von ihrer Tochter trennte und ihr die grausame Lüge erzählte, konnte die Familie bisher nicht herausfinden. „Wir wissen nicht, was damals tatsächlich passiert ist. Das alles ist neu für uns“, sagte Elliot Loewenstern der Washington Post.

Die 79-jährige Joanne Loewenstern offenbarte der Zeitung : „Ich hatte immer das Gefühl, dass sie am Leben ist.“ Die Zusammenkunft mit ihrer leiblichen Mutter wurde dank des technischen Fortschritts möglich, auch wenn Elliot gegenüber „USA Today“ von einem „Wunder“ spricht. Seine Frau Shelley hatte die DNA ihrer Schwiegermutter an Forscher der Webseite „Ancestor.com“ geschickt, die Menschen dabei helfen, ihre Familiengeschichte zu ergründen.

„Meine Mutter ist so glücklich“, schreibt Loewenstern auf Facebook, endlich könne sie eine Frage abhaken, die sie seit ihrer Jugend beschäftigte: „Wer bin ich?“