Rettungsschiff mit 60 Flüchtlingen an Bord in Barcelona angekommen

Rettungsschiff in Barcelona angekommen

Nach der Weigerung Italiens und Maltas hat das Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms mit 60 Flüchtlingen an Bord am Mittwoch in Barcelona anlegen können. Den Flüchtlingen an Bord gehe es "den Umständen entsprechend gut", erklärte die Einsatzleiterin Anabel Montes. "Sie sind glücklich, weil man ihnen erklärt hat, dass die Regierung will, dass sie hier bleiben."

Zuvor hatten Italien und Malta das Schiff wie auch andere Flüchtlingsschiffe abgewiesen. Ein Vertreter der spanischen Regierung sagte, die Flüchtlinge würden auf dem Schiff zunächst von Mitarbeitern des Roten Kreuzes untersucht. Danach sollten Behörden ihre Identität feststellen, damit sie später in Aufnahmezentren gebracht werden könnten, hieß es. Unter den Passagieren waren 50 Männer, fünf Frauen und fünf Minderjährige.

Spaniens neue Regierung unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez erlaubte Mitte Juni bereits dem Rettungsschiff "Aquarius" mit 630 Flüchtlingen an Bord das Anlegen, nachdem dieses zuvor ebenfalls von Italien abgewiesen worden war.

Seit dem Antritt der populistischen Regierung in Rom unter Beteiligung der fremdenfeindlichen Lega-Partei fährt Italien eine harte Linie und will keine Schiffe von Hilfsorganisationen mehr in seine Häfen lassen, die Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus dem Meer retten.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten bei ihrem Gipfel Ende vergangener Woche in Brüssel eine Reihe von Beschlüssen zu einer Verschärfung der Migrationspolitik gefasst. Sie einigten sich unter anderem auf Aufnahmeeinrichtungen außerhalb der EU und Flüchtlingszentren innerhalb der Gemeinschaft.