Zur Rettung des Planeten: Kühe gehen aufs Klo

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Eine junge Kuh uriniert auf einer Kuhtoilette. Als Teil eines deutsch-neuseeländischen Forschungsprojektes haben Wissenschaftler Kühen beigebracht, ihr kleines Geschäft nur dort zu erledigen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Current Biology".

"MooLoo" stellt Intelligenz von Kühen unter Beweis

Ein Training, das die Intelligenz von Kühen unter Beweis stellt: nach nur 15 Trainingseinheiten waren die Tiere komplett geschult. Mit Hilfe eines Belohnungs- und Bestrafungssystems werden die Jungtiere dazu gebracht, in der "MooLoo" getauften Toilette ausschließlich zu urinieren.

Sobald sie ihr Geschäft erledigt hatten, wurden sie mit einer süßen Flüssigkeit, meist Melasse, belohnt. Urinierte die Kuh außerhalb der Toilette, bekam sie einen Spritzer kaltes Wasser.

Von den 16 trainierten Rindern auf einem Bauernhof, der vom Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Deutschland betrieben wird, schafften es elf, das Urinieren auf der Kuhtoilette zu lernen, also Dreiviertel der Versuchstiere.

Doch wozu das Ganze? Die Forscher sind der Meinung, dass das separate Auffangen des Kuhurins dazu beitragen kann, Treibhausgasemissionen und Wasserverschmutzung zu verringern. Denn eine Kuh scheidet am Tag eine beachtliche Menge von rund 30 Liter aus.

Weniger Emissionen und weniger Wasserverschmutzung

Bei der Stallhaltung bringt die Vermischung von Urin und Fäkalien ebenfalls Probleme mit sich. Denn dabei entsteht Ammoniak, ein Gas, das zu saurem Regen beiträgt.

"Wenn die Tiere im Freien leben, kann der Harnstoff im Boden in Nitrate umgewandelt werden, die dann die Wasserläufe verschmutzen und alle möglichen Probleme dort verursachen. Und dann werden die Nitrate in Lachgas umgewandelt, das 300-mal schädlicher ist als Kohlendioxid", sagt Lindsay Matthews, Tier-Verhaltensbiologe an der Universität von Auckland, der an dem Projekt mitgewirkt hat.

Allein in den USA machte machte Lachgas dem Umweltministerium zufolge 7 Prozent aller Treibhausgase aus, in Neuseeland waren es 12 Prozent.

Die Wissenschaftler aus Neuseeland stehen vor der Herausforderung, ihre Forschungsergebnisse auf den Aussenbereich zu übertragen, denn dort stehen, im Gegensatz zur nördlichen Hemisphäre, die Rinder die meiste Zeit auf der Weide. Zudem müssen die Trainings ausgeweitet werden, um es für eine größere Anzahl von Tieren wirtschaftlich rentabel zu machen.

Vertreter der Industrie könnten also durchaus an diesem Verfahren interessiert sein, etwa um vorgegebene Emissionsziele zu erreichen.

Den Forschern zufolge könnten ähnliche Techniken auch bei anderen Nutztieren wie Schafen und Schweinen angewandt werden.

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