Rettung der Exponate: Ein Museum in der Ostukraine kämpft um seine Ausstellung

Olena Kuznietsowa ist Direktorin des Historischen Museums in Balaklija, eineinhalb Stunden südlich von Charkiw, in der Ostukraine. Die 12.000 Exponate umfassende Sammlung wird derzeit zur sicheren Aufbewahrung in das Historische Museum von Charkiw gebracht.

Die Museumschefin geht in dicker grüner Winterjacke durch die Galerie und bleibt vor einem schwarz-weißen Bild stehen, das offenbar ein Familienporträt zeigt. In der Mitte hat es ein Einschlussloch. "Die Wände, das Fenster, die ausgestellten Exponate, alles wurde beschädigt", sagt Kuznietsowa. "Balaklija wurde Anfang März besetzt. Seitdem konnten wir nicht mehr in die Stadt. Wir wissen, dass hier Orks gelebt haben. Denn als wir das erste Mal hierhin kamen, konnten wir Spuren ihres Aufenthalts sehen."

Hilfe bei der Unesco beantragt

Im Juni schlug eine russische Granate ganz in der Nähe des Gebäudes ein. Die ukrainische Armee befreite die Stadt im September. Die Umlagerung der Sammlungen sind immer noch im Gange. Jederzeit kann es zu einem Bombenangriff kommen.

Der Leiter der Abteilung für Kultur der Stadtverwaltung Balakliias, Wolodymyr Popow, erklärt, dass man an einem Projekt arbeite. "Wir haben auch bei der Unesco Mittel für den Wiederaufbau des Museums beantragt. Dann wird der Krieg, so Gott will, so schnell wie möglich zuende sein, und wir werden alle Exponate in das Museum zurückbringen."

Die Museumsstücke werden zunächst warm gelagert, bevor einige von ihnen restauriert werden müssen. Eines Tages sollen sie nach Balaklija zurückkehren.