Republikanischer Politiker beleidigt Überlebende des Parkland-Schulattentats

Emma Gonzalez überlebte das Attentat in Parkland – ein republikanischer Politiker greift sie nun wegen ihrer starken Rede für strengere Waffengesetze an. (Bild: Getty Images)

Zwei Schüler, die den Amoklauf in Parkland im US-Bundesstaat Florida überlebt haben, hatten sich öffentlich für striktere Waffengesetze ausgesprochen. Nun hat sie ein republikanischer Politiker mit ungeheuerlichen Worten auf Twitter beleidigt.

Leslie Gibson ist republikanischer Kandidat bei der Wahl des Repräsentantenhaus von Maine und hat auf Twitter seine Meinung darüber kundgetan, was er von Emma Gonzalez und David Hogg hält. Die beiden Schüler der Marjory Stoneman Douglas Highschool  hatten nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen, bei dem 17 Menschen – unter anderem auch einige ihrer Freunde – starben, eine Verschärfung der Waffengesetze gefordert.

„Nichts an dieser Skinhead-Lesbe beeindruckt mich und es gibt nichts, was sie zu sagen hat, es sei denn, man ist ein Linker mit Schaum vorm Mund“, so Leslie Gibson. Der Republikaner spielt damit auf die raspelkurzen Haare und die sexuelle Orientierung der 18-Jährigen an. Gonzalez hatte sich vor kurzem in der Zeitschrift „Harper’s Bazaar“ als bisexuell bezeichnet. Gibson twitterte außerdem, dass es lächerlich sei, sie eine Überlebende zu nennen, da sie zur Zeit des Attentats in einem anderen Teil der Schule gewesen sei.

Nach dem Attentat protestierten viele US-Bürger für strengere Waffengesetze. (Bild: AP Photo)

In einer Rede hatte Emma Gonzalez kurz nach der Schießerei ihrer Verzweiflung Luft gemacht: „Worum es geht, ist die Tatsache, dass die meisten amerikanischen Politiker leichter von Geld zu beeinflussen sind, als von den Menschen, die sie ins Amt gewählt haben. Worum es geht, ist die Tatsache, dass meine Freunde tot sind, so wie Hunderte andere in den Vereinigten Staaten.“

Der Schüler David Hogg wurde in einem Tweet von Gibson ebenfalls kritisiert und verhöhnt. Dieser hatte sich beim US-Sender CNN über den Einfluss von Dana Loesch, der Sprecherin der Nationalen Schusswaffenvereinigung NRA, beschwert. „Die Mitglieder des Repräsentantenhauses gehören ihr. Sie kann sie dazu bringen, Dinge zu tun. Ihr sind die Leben dieser Kinder egal.“ Gibson twitterte darüber, dass der Schüler ein „unverschämter Lügner“ sei und die Anschuldigungen „komplett absurd“ seien.

Auch der Schüler David Hogg wurde von dem Republikaner Leslie Gibson verbal angegriffen. (Bild: AP Photo)

Für Leslie Gibsons Äußerungen hagelte es umgehend mediale Kritik. Inzwischen hat der Republikaner sowohl seinen privaten als auch seinen Wahlkampf-Twitterkanal privat gestellt.

Er verteidigte sich am Montag mit den Worten, dass er einen Eid geschworen habe, die Verfassung der Vereinigten Staaten zu beschützen. „Deshalb bin ich sehr leidenschaftlich, wenn es darum geht, die Grundrechte vor jenen zu schützen, die ihre Abschaffung fordern. Es war nicht angemessen, sich auf einzelne Parkland-Schüler zu beziehen, aber ich stehe dazu, die Grundrechte zu verteidigen.“