Republikaner McCain will mehr Twitter-Follower – und verliert stattdessen Tausende

Auch mit 81 Jahren ist John McCain im aufreibenden Politbetrieb aktiv. (Bild: AP Photo)

Twitter-Rückschlag für US-Politiker John McCain. Als er kurz davor war, die Drei-Millionen-Marke zu knacken, bat er seine Follower um Unterstützung. Doch statt mehr hatte er plötzlich weniger Fans. Seine Entscheidung bei der Steuerreform dürfte der Grund dafür sein.

Er ist für viele ein amerikanischer Held: John McCain kämpfte in Vietnam, überlebte eine mehrjährige Kriegsgefangenschaft und war US-Präsidentschaftskandidat. Zudem ist er einer der am längsten dienenden Senatoren in der US-Geschichte: Seit 1987 vertritt der Politiker seinen Heimatbundesstaat Arizona in Washington. Auf Twitter erlebte der 81-Jährige nun allerdings eine schmerzliche Niederlage.

Als der Republikaner kürzlich nur noch 74 Follower von der Drei-Millionen-Marke entfernt war, bat er seine Sympathisanten um Unterstützung: „Sagt es weiter und helft uns, diesen großen Meilenstein zu erreichen!“ 74 Follower sind schließlich keine große Sache für eine Berühmtheit wie McCain.


Doch in den Stunden nach dem Tweet nahm eine ganz andere Dynamik ihren Lauf. Statt Zugewinne in Form neuer Follower, gab es für den Senator herbe Verluste. Die erhofften 74 Follower blieben aus, dafür verringerte sich seine virtuelle Fan-Gemeinde um rund 3.000 User. Der Grund scheint aber weniger sein obiger Motivations-Tweet zu sein. Vielmehr liegt es nahe, dass McCains Abstimmungsverhalten bei der am vergangenen Freitag vom US-Senat verabschiedeten Steuerreform schuld sein dürfte. McCain hatte für die umstrittene Reform gestimmt und damit viele Menschen verärgert.

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Diese These stützt zum Beispiel ein Kommentar von Mikel Jollett, Sänger der US-Indieband „The Airborne Toxic Event“. Er schreibt: „Sie haben hunderte Follower verloren… Man wird Sie als Betrüger in Erinnerung behalten. Ich kann mir nichts Eigennützigeres vorstellen als einen Mann, der seine Krebsbehandlung von einem Programm bezahlt bekommt, das er nun anderen Krebspatienten vorenthält.“


McCain hatte sich vor einigen Monaten einer OP unterzogen, bei der ihm ein Gehirntumor entfernt worden war. Die aktuelle Steuerreform, für die McCain gestimmt hat, sieht einen dramatischen Anstieg bei den Prämien von Älteren und Kranken vor. Mit der Reform werden Errungenschaften von Obamacare wieder abgeschafft. Im Klartext: Ärztliche Versorgung wird teurer und rund 13 Millionen mehr Menschen stehen künftig ohne Versicherungsschutz da.

Fast alle User, die sich zu dem Thema äußern, sind ähnlich verärgert wie Jollett: „Danke für die Erinnerung, Ihnen nicht mehr zu folgen. Schon passiert. Ich folge keinen Leuten, die unser Land betrügen“, schreibt einer.


Ein anderer fragt: „Wie tief ist die republikanische Partei gesunken?“


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