Republikaner fordern „Horrorstorys über Obamacare“ – doch viele User drehen den Spieß um

Seitens der republikanischen Partei wurde Ex-US-Präsident Barack Obamas Gesundheitsreform heftig kritisiert. (Bild: AP Photo/Luca Bruno)

Die Republikanische Partei rief im US-amerikanischen Bundesstaat Indiana über ihre Social-Media-Kanäle am Montag dazu auf, persönliche Horrorgeschichten über den „Affordable Care Act“ – auch bekannt als Obamacare – zu teilen. Doch einige User drehten den Spieß um.

Ein Hauptanliegen der Administration des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ist es, die von seinem Vorgänger Barack Obama initiierte und unter dem Namen „Obamacare“ bekannte Gesundheitsreform rückgängig zu machen. Um gegen die Reform, die rund 20 Millionen US-Amerikanern eine Versicherung garantiert, Stimmung zu machen, rief die Landespartei im Bundesstaat Indiana nun dazu auf, schlechte Erfahrungen mit Obamacare zu teilen.

„Haben Sie einen Arzt verloren, den Sie mochten? Haben sich Ihre Beiträge erhöht? Hat Ihre Versicherung gekündigt? Verletzten erschwerende Regulierungen Ihr Geschäft?“, fragte die Indiana Republican Party am Montag auf Facebook und Twitter. „Uns wurde versprochen, dass Obamacare das Gesundheitswesen günstiger, besser und zugänglicher macht, aber das Gegenteil war der Fall“ – dann rief die Partei die Internetgemeinde auf: „Was ist Ihre Obamacare-Horrorgeschichte? Lassen Sie uns das wissen.“

Doch viele der Antworten verkünden genau das Gegenteil: „Nun, es hat meinem Sohn medizinische Versorgung für sein Asthma verschafft, nachdem er von Versicherungen abgelehnt worden war. Wenn Sie wollen, dass mein Kind stirbt, wäre das schlecht“, antwortete zum Beispiel eine Facebook-Nutzerin und zählte gleich etliche weitere Vorteile auf, die ihre Familie durch Obamacare besitzt.

Auch andere Nutzer der Social-Media-Plattform sprachen sich für die Vorzüge des „Affordable Care Acts“ aus. „Als ich eine Herztransplantation brauchte, war der ACA für mich da und rettete mein Leben. Es ist wirklich TRAURIG, dass die Republikaner das denjenigen wegnehmen wollen, die sich in einer ähnlichen schlimmen Situation befinden“, schrieb ein Betroffener.

Viele teilten dabei ihre persönliche Geschichte: „Dank Obamacare bekam meine wunderschöne sechs Monate alte Tochter, die mit einem Herzfehler geboren wurde, die medizinische Versorgung, die sie brauchte, ohne unsere Familie in den Ruin zu treiben“, schrieb eine Frau – und bemerkte schnippisch: „Ich schätze mal, diese Facebook-Seite läuft nicht so, wie Sie sich das vorgestellt haben.“

Sehen Sie auch: Obama plädiert für Toleranz