Rentiert sich nicht: MediaTek legt Entwicklung von Highend-Prozessoren auf Eis

Thaddeus Herrmann
Rentiert sich nicht: MediaTek legt Entwicklung von Highend-Prozessoren auf Eis


MediaTek hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit preiswerten Smartphone-Prozessoren einen Namen gemacht. Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte können dank dieser SoCs zu attraktiven Preisen angeboten werden. Mit der X-Serie – zum Beispiel dem X25 und X30 – versuchte man allerdings auch, im hochpreisigeren Telefon-Segment Fuß zu fassen und Qualcomm ein paar Prozente Marktanteil abzuluchsen. Diese Strategie hat nicht funktioniert. Die Entwicklung der X-Prozessoren wird bis auf weiteres auf Eis gelegt. Das hat der MediaTek-Manager Finbarr Moynihan in einem Interview mit gearburn.com bestätigt.

Ausschlaggebender ist, dass die OEMs den Prozessor in ihren Produkten nicht verbauen wollen. Außer Meizu und Elephone sind keine Geräte geplant. Den Grund dafür hat man bei MediaTek bereits identifiziert: Das integrierte Modem im X30 kann die Voraussetzungen nicht erfüllen, um den Prozessor international zu einer attraktiven Alternative zu machen.

Auch wenn MediaTek die Entwicklung von Highend-SoCs für die Zukunft nicht völlig ausschließt, soll der Fokus zunächst auf der P-Serie, als Prozessoren für die Mittelklasse liegen. Frühestens in zwei Jahren will man die Flaggschiff-Klasse wieder in den Blick nehmen: vielleicht.

Ähnlich wie Qualcomm sieht sich auch MediaTek einer immer größer werdenden Konkurrenz von Herstellern gegenüber, die ihre eigenen Prozessoren entwickeln. Huawei nutzt vornehmlich die selbst entwickelten Kirin-SoCs, Samsung ist mit den Exynos-Chips sehr erfolgreich, und auch MediaTek-Kunde Xiaomi hat mittlerweile ein eigenes Eisen im Feuer.

Gearburn.com