Renten steigen um mehr als drei Prozent

Auch in diesem Jahr steigen die Renten stärker als die Löhne. Im Osten sollten die Renten bis 2025 Westniveau erreichen.

Die Rentner in Ost und West können sich auch in diesem Jahr auf eine satte Erhöhung ihrer Bezüge freuen. Die Renten sollen im Westen um 3,2 Prozent und im Osten um 3,4 Prozent steigen. Das teilte der neue Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Der aktuelle Rentenwert (Ost) steige damit auf 95,8 Prozent des aktuellen Rentenwerts West (bisher: 95,7 Prozent).

Die Erhöhung soll zur Mitte des Jahres erfolgen. Im vergangenen Jahr bekamen die Rentner im Osten 3,59 Prozent mehr und im Westen 1,9 Prozent. Heil erklärte: „Auch in diesem Jahr führen die gute Lage am Arbeitsmarkt und die Lohnsteigerungen der Vergangenheit zu besseren Renten. Das ist eine erfreuliche Nachricht für die über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner.“

Zudem zeige der erneute Anstieg: „Die gesetzliche Rente ist und bleibt die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland. Diese Säule werden wir nun weiter stärken: mit einer Grundrente, die jahrzehntelangen Einsatz im Arbeitsleben, bei der Pflege und in der Kindererziehung honoriert; mit der Stabilisierung von Rentenniveau und Beitragssatz; und mit einer weiteren deutlichen Verbesserung der Absicherung bei Erwerbsminderung.“

Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, wies darauf hin, dass damit die Renten seit 2012 im Westen um insgesamt 12 Prozent und im Osten um über 16 Prozent gestiegen sind. „Das liegt deutlich über der Preissteigerung in diesem Zeitraum. Die Rentnerinnen und Rentner haben damit seit mehreren Jahren in Folge auch real deutlich mehr Geld zur Verfügung.“

Grund ist vor allem die positive Beschäftigungsentwicklung. Sie führt dazu, dass die Renten dieses Jahr erneut sogar ein wenig stärker steigen als die Löhne. Denn der Boom am Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass die Relation zwischen Beitragszahlern und Rentnern sich erneut zugunsten der Beitragszahler verschoben hat. Dies aber führt dazu, dass der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel erneut größer als eins ist und damit die Renten stärker steigen lässt.

Heil: Rentenanpassung kommt gut voran

Eigentlich wurde dieser Faktor Anfang des Jahrtausends eingeführt, um den Rentenanstieg zu bremsen. Denn damals war die allgemeine Erwartung, dass wegen der Alterung der Gesellschaft die Zahl der Rentner stärker zunehmen würde als die der Beitragszahler. Bisher ist das nicht der Fall.

Würden die Renten nur wie die Löhne steigen, so würden sie im Westen zum 1. Juli nur um 2,93 Prozent und im Osten nur um 3,06 Prozent steigen. Heil sagte dazu: „Auf dem Weg zu gleichen Rentenwerten in Ost und West kommen wir mit der Rentenanpassung 2018 somit gut voran. Der Rentenwert (Ost) erreicht 95,8 Prozent des Westwerts. Bis spätestens zur Rentenanpassung 2024 wird der aktuelle Rentenwert (Ost) auf 100 Prozent des Westwerts ansteigen.“


Denn für die Erhöhung der Ostrenten gelten ab diesem Jahr neue Regeln. Der für den Osten maßgebende aktuelle Rentenwert wird nur noch als fester Prozentsatz des aktuellen Rentenwertes errechnet, der im Westen gilt. Zum 1. Juli 2018 beläuft sich dieser Prozentsatz auf 95,8 Prozent. Bis zum Jahr 2024 steigt er schrittweise auf 100 Prozent an. So wurde es mit dem im vergangenen Jahr beschlossenen Rentenangleichungsgesetz festgelegt.

Die derzeitige Aufwertung der Berechnungsgrundlage für die Ost-Renten wird im Gegenzug abgeschmolzen. Das bedeutet, dass die im Schnitt niedrigeren Osteinkommen für die Rente nicht mehr ausgeglichen werden sollen.

Über die aktuelle Rentenerhöhung hatte zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

Während der Verhandlungen für die Große Koalition konnte die SPD die meisten Vereinbarungen zur Rentenpolitik auf der Habenseite verbuchen. Die SPD konnte sich mit ihrer Forderung nach einer Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente bei den heute erreichten 48 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern durchsetzen – und zwar bis 2025.