Renten steigen 2022 voraussichtlich um mehr als fünf Prozent

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Rentner in Schönebeck (AFP/Ronny Hartmann)

Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland können auf eine kräftige Anhebung ihrer Altersbezüge im kommenden Jahr hoffen. Die Renten könnten im Westen um 5,2 Prozent und um 5,9 Prozent im Osten steigen, wie aus einer Übersicht zum Rentenversicherungsbericht hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Die Zahlen beruhen auf offiziellen Schätzungen.

Wegen der Corona-Krise war die sonst übliche Erhöhung der Renten in diesem Jahr ausgeblieben. Lediglich im Osten hatte es im Juli eine leichte Anhebung von 0,72 Prozent gegeben - was der gesetzlich festgelegten Angleichung an des Westniveau geschuldet war. Inzwischen ist die Situation wieder besser. Die gesamten Beitragseinnahmen der allgemeinen Rentenversicherung sind bis September gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 3,7 Prozent gestiegen, wie es in der Übersicht zum Renten-Bericht heißt.

Auch im Jahr 2023 dürfte es laut der aktuellen Schätzung eine deutliche Erhöhung der Renten geben. Im Westen könnten die Bezüge dann um 4,9 Prozent steigen, im Osten um 5,7 Prozent. In dem Bericht wird für die kommenden Jahren auch mit stabilen Beitragssätzen gerechnet. In der mittleren Variante der Vorausberechnungen bleibe er bis zum Jahr 2023 beim aktuellen Wert von 18,6 Prozent, anschließend steige er auf 19,5 Prozent in 2024 und 19,7 Prozent im Jahr 2025. Die bis zum Jahr 2025 geltende gesetzliche Haltelinie wonach der Beitragssatz den Wert von 20 Prozent nicht überschreiten darf, greife nicht.

Für das Jahresende 2021 wird eine Nachhaltigkeitsrücklage von rund 37,2 Milliarden Euro geschätzt. Dies entspricht knapp 1,6 Monatsausgaben. Der Schätzerkreis Rentenfinanzen hat vom 19. bis 21. Oktober turnusgemäß seine Einschätzung der Rentenfinanzen aktualisiert. Zur endgültigen Einschätzung der Rentenfinanzen sollen noch die Ergebnisse der Steuerschätzung - voraussichtlich am 11.November abgewartet werden.

Die endgültigen Ergebnisse der Schätzung sollen dann mit dem Rentenversicherungsbericht Ende November veröffentlicht werden. Da Annahmen zur mittelfristigen wirtschaftlichen Entwicklung wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie von Unsicherheit geprägt seien, sei bei der Interpretation der Modellrechnungen zu den Rentenbeiträgen Vorsicht geboten, hieß es in der Übersicht zum Rentenversicherungsbericht. Insgesamt sei aber "festzuhalten, dass die gesetzliche Rentenversicherung die Pandemie bislang sehr gut überstanden hat".

jp/pe

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