Renten-Experte: "Man sollte das Risiko von Altersarmut nicht dramatisieren"

Susanne Klaiber

Arbeitsminister Hubertus Heil stellt an diesem Freitag sein Rentenpaket vor. Die Rente ist eine der wichtigsten Baustellen der Regierung – auch wenn das Thema wegen des Asylstreits in den vergangenen Wochen in den Hintergrund gerückt ist.

Profitieren dürften jede vierte Rentnerin, Frührentner wegen Krankheit sowie Geringverdiener bei den Sozialbeiträgen. Kosten in Milliardenhöhe müssen die Beitrags- und Steuerzahler tragen. 

Was sind die Rentenziele der GroKo? 

Laut Koalitionsvertrag: Stabilität der Rente, Honorierung von Lebensleistung und Bekämpfung von Altersarmut. 

Anfang 2019 soll das erste Rentenpaket, das Heil nun präsentieren will, in Kraft treten: mit Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner, der Mütterrente II, Entlastung von Geringverdienern bei Sozialbeiträgen und einer Stabilisierung von Rentenniveau und Beitragssatz bis 2025.

Eine Grundrente für langjährig Versicherte und weitere Weichenstellungen für die Zeit nach 2025 sollen folgen. Denn die Gesellschaft wird älter. Auf weniger Einzahler kommen mehr Empfänger. Diese leben im Schnitt länger.

War profitiert von der Mütterrente II? 

Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) 24 Prozent der heutigen Rentnerinnen. Mütter sollen ein drittes Jahr Kindererziehungszeit für jedes vor 1992 geborene Kind erhalten.

Insgesamt würde das Haushaltsnettoeinkommen der begünstigten Rentnerhaushalte um knapp vier Prozent steigen, bei Rentnerinnen mit wenig Einkommen um bis zu sechs Prozent. 

Pimpertz merkt an, nur kinderreiche Frauen in rentennahen Jahrgängen könnten profitieren – dabei auch Frauen mit hohen Renten oder wohlhabenden Partnern. 

Was werten Experten den Umgang mit Erwerbsminderung? 

Positiv. “Menschen mit einer geringen Erwerbsminderungsrente sind sehr häufig auf Grundsicherung angewiesen”, sagt Kaltenborn.

So bezogen diese Menschen, die wegen Krankheit in Frührente müssen, 2016 zu 14,7 Prozent Grundsicherung –...

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