Renault Morphoz: Ausblick auf neue Elektroplattform CMF-EV

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Renault Morphoz

Kompaktwagen mit Stretchfunktion

Mit dem Morphoz präsentiert Renault ein neues, modulares und personalisierbares Elektroauto als Designstudie. Das wandelbare Concept Car gibt einen Ausblick auf die nächste Generation Elektrofahrzeuge der Marke, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen soll.

Wenig Aussichten auf eine Übernahme in die Serie hat wohl die Stretchfunktion des Morphoz: Auf Knopfdruck legt das Auto in der Länge um 40 Zentimeter zu. Dadurch wird aus dem wendigen Stadtfahrzeug eine großzügige Reiselimousine, die dank zusätzlicher Batteriekapazität und mehr Kofferraumvolumen auch lange Fernreisen souverän absolviert.

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Im City-Modus misst der Morphoz 4,40 Meter – wenige Zentimeter mehr als ein Renault Mégane – und eignet sich damit zum Beispiel für den Pendlerverkehr in der Stadt. Mit der 40-kWh-Batterie sind bis zu 400 Kilometer drin.

Im Travel-Modus wächst der Morphoz auf 4,80 Meter Länge, was etwa dem Format des Renault Talisman entspricht. Der Radstand legt von 2,73 auf 2,93 Meter zu. Dazu fährt das Heck hinter der C-Säule aus, und der Vorderwagen rollt um 20 Zentimeter nach vorn. Während die Hinterräder unverändert ihre Position halten, machen die Vorderräder die Vorwärtsbewegung mit.

Renault Morphoz
Renault Morphoz

Um die aerodynamische Effizienz zu steigern, wird zugleich der Vorderwagen verlängert. Resultat der Metamorphose: Der Fußraum im Fond wächst, im Kofferraum wird Platz für zwei extra Koffer geschaffen und unterhalb des Innenraums entsteht Raum für zusätzliche Akkus mit 50 kWh Kapazität. So steigt die Batteriekapazität auf 90 kWh, was 700 Kilometer Reichweite ermöglicht. Parallel steigt die Leistung von 100 auf 160 kW.

Während der Fahrt ist die Verlängerung allerdings nicht möglich; dazu muss eine spezielle Station angefahren werden. Dort werden auf vollautomatischem Weg in Sekundenschnelle durch eine Klappe im flachen Unterboden die zusätzlichen Batterien installiert. Am Ende der Reise werden die 50-kWh-Akkus hier wieder entnommen, und der Morphoz verwandelt sich wieder zurück in einen Kompaktwagen.

Werden die Zusatzbatterien nicht benötigt, dienen sie der Energieversorgung einer Self-Service-Fahrradstation, der Verkehrsinfrastruktur sowie benachbarten Gebäuden zum lokalen Energiemanagement.

Der Renault Morphoz basiert auf der komplett neu entwickelten modularen Plattform CMF-EV der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi, die ausschließlich für die zukünftigen Elektrofahrzeuge des Konzerns konzipiert wurde.

Die neue CMF-EV Plattform ist für höhere Fahrzeugklassen ausgelegt, die für maximalen Komfort einen großen Radstand benötigen. Weit außen positionierte Räder und knappe Überhänge gehören ebenso zu den Merkmalen wie der ebene Fahrzeugboden. Die Plattform, kombiniert mit besonders flachen Antriebsbatterien, führt zu einer deutlich geringeren Fahrzeughöhe, ohne dass auf Innenraum leidet, verspricht Renault.

Renault Morphoz

Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere nehmen auf Einzelsitzen Platz. Die leuchtend gelben Sessel sind an der zentralen Konsole aufgehängt. Der Beifahrersitz verfügt zusätzlich über einen Schwenkmechanismus.

Der Morphoz soll autonomes Fahren Level drei beherrschen. Das heißt: Der Fahrer muss das Auto überwachen und die Hände in Griffnähe zum Lenkrad lassen. Daher bleibt das Lenkrad in seiner Position, es fährt nicht ein.  

Das futuristische Lenkrad ist ein lang gestrecktes Achteck mit einem Display in der Mitte für die Fahrdaten. Auf Tastendruck fährt zusätzlich ein 80 Zentimeter breites OLED-Display aus der vorderen Cockpitwand aus.

Mit der Studie hat Renault auch Shared-Mobility-Anbieter im Blick. Um die gemeinsame Nutzung zu erleichtern, wird der Zündschlüssel durch das Smartphone ersetzt. Eine Lichtsequenz signalisiert die korrekte Identifizierung. Der Fahrer muss nur noch winken, damit die Türen entriegelt werden, der Sitz in die passende Position fährt und die bevorzugte Lichtstimmung aktiviert wird.

Das Fahrzeug erkennt zudem die Smartphones aller Passagiere, so dass diese über die in die Sitze integrierten Lautsprecher Musikstücke aus ihrer Playlist hören können. Eine Künstliche Intelligenz übernimmt die Rolle eines Reiseassistenten. Im Travel-Modus weist dieser auf Sehenswürdigkeiten entlang der Reiseroute hin und zeigt Bilder davon.