„Ren und Stimpy“-Erfinder soll Mädchen sexuell genötigt haben

Ren (links) und Stimpy (rechts), hier mit der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, waren beliebte Trickfiguren in den 90ern. (Bild: AP Photos)

John Kricfalusi hat in den 1990er Jahren für den Sender Nickelodeon gezeichnet. Seine Ren & Stimpy Cartoons wurden auch in Deutschland ausgestrahlt. Nun behaupten zwei Frauen, er habe sie genötigt, als sie noch minderjährig waren.

Wie das Online-Portal Buzzfeed berichtet, soll der Trickfilmzeichner sich seit Jahren an jungen Frauen und minderjährigen Mädchen vergangenen haben. In einer Reportage mit dem Titel „Drawing the Line“, was übersetzt sowohl „Eine Linie zeichnen“ als auch „Eine Grenze ziehen“ bedeutet, wird ein Blick in tiefste menschliche Abgründe offenbart.

In dem Artikel beschuldigen zwei Frauen den Zeichner, sie missbraucht und genötigt zu haben. Robyn Byrd ist eine von ihnen. Im Jahr 1994, im Alter von nur 13 Jahren, kam sie in Kontakt mit Kricfalusi. Er half ihr unter anderem, einen AOL-Account einzurichten. Über E-Mail tauschten sich die Beiden aus. Kricfalusi versprach ihr, eine große Zeichnerin zu werden und ihr dabei zu helfen, eine Karriere zu starten. Mit 16 habe sie ihn in Los Angeles besucht, bei dem Aufenthalt soll er ihr an die Genitalien gefasst haben.


Drei ehemalige Mitarbeiter erinnern sich, wie Kricfalusi ihnen Bilder zeigte, auf denen zu sehen ist, wie er Sex mit Byrd hat. Im Jahr 2002 brach der Kontakt zwischen dem Zeichner und Byrd ab. Zu diesem Zeitpunkt habe er allerdings schon lange eine andere Beziehung unterhalten. Und zwar mit der damals 18 Jahre alten Katie Rice.

Auch sie korrespondierte anfangs mit Kricfalusi. Daraus wurde mehr, als er das künstlerisch begabte Mädchen im Jahr 2000 beruflich anheurte. Zu dieser Zeit soll er begonnen haben, sie sexuell zu nötigen. Später habe sie Bilder von nackten Mädchen auf seinem Rechner entdeckt. Erst 2017 hat sie diesen Umstand der Polizei gemeldet.


Kricfalusis Anwalt beteurte Buzzfeed gegenüber jedoch, dass sein Klient niemals kinderpornographisches Material besessen habe. Zudem heißt es von dem Anwalt, die 1990er seien für Kricfalusi eine „mental und emotional schwierige Zeit“ gewesen.

Der Umgang mit Kricfalusi gilt als schwierig. Nach nur 19 Episoden von „Ren und Stimpy“ wurde der Kanadier in den 90ern von Nickelodeon gefeuert.