Rekordzahl bei Anträgen auf Rente mit 63 im vergangenen Jahr

Das Interesse an der Rente mit 63 wächst: Im vergangenen Jahr gingen bei der Deutschen Rentenversicherung 253.521 neue Anträge auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren ein, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Das sind 12.102 oder fünf Prozent Anträge mehr als im Jahr 2016.

Die Zahl der Anträge im Jahr 2017 ist demnach der bisher höchste Jahreswert seit Einführung der Rente mit 63 im Jahr 2014. Allerdings berichtete der SWR unter Berufung auf eine Umfrage des Bundesverbands der Rentenberater, dass auch viele Anspruchsberechtigte auf die Rente mit 63 verzichten.

In Beratungsgesprächen seien dies etwa zehn Prozent der Betroffenen, hieß es. Begründet würde diese Entscheidung vorwiegend mit Einkommensverlusten bei der abschlagsfreien Rente im Vergleich zum Arbeitseinkommen. Nur eine Minderheit wolle aus Freude an der Arbeit länger im Job bleiben.

Die Präsidentin des Bundesverbands der Rentenberater, Anke Voss, sagte dazu dem SWR: "Die Umfrage bestätigt, dass es sich bei diesem Rentenmodell letztlich wohl um ein Geschenk an gut verdienende Facharbeiter handelt." Nicht erreicht würden dagegen Geringverdiener oder Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien.

Grundsätzliche Kritik an der Rente mit 63 übte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Michael Theurer. "Die Rente mit 63 ist nicht nur teuer, sondern sie entzieht dem Arbeitsmarkt auch dringend benötigte Fachkräfte", erklärte er in Berlin.