Rekordumsatz mit Sportwetten in Deutschland

Die Anbieter von Sportwetten haben einen weiteren Umsatzrekord für Deutschland vermeldet. Hierzulande tätigten Wettkunden im vergangenen Jahr Einsätze in Höhe von insgesamt 9,3 Milliarden Euro, wie der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Finanzministeriums mitteilte. Das entspreche einem Anstieg um 21 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 - obwohl 2019 kein großes Fußballturnier anstand.

Das Wetten sei "in der Mitte der Gesellschaft angekommen und zur beliebten Freizeitbeschäftigung avanciert", erklärte DSWV-Präsident Mathias Dahms. Die 17 Mitglieder seines Verbands stehen nach DSWV-Angaben für 80 bis 90 Prozent "des in Deutschland Steuern zahlenden Sportwettenmarktes" und hätten 2019 rund 500 Millionen Euro Steuern auf die Sportwetten gezahlt. "Auch das Gemeinwohl profitiert davon", erklärte Dahms.

Über die staatliche Regulierung des boomenden Marktes für Sportwetten und Glücksspiele wird indes seit Jahren kontrovers gestritten. Die Bundesländer einigten sich jüngst auf einen gemeinsamen Staatsvertrag für die bundesweit einheitliche Erlaubnis ab Juli 2021 sowie auf eine gemeinsame experimentelle Vergabe von 20 Konzessionen für Wettanbieter. Der DSWV erwartet mindestens 45 Anträge, die ersten sollen demnach "noch im Frühjahr" bewilligt werden.

Die Länder müssten nun zeigen, "dass ihr Regulierungsrahmen funktioniert und sie effektiv gegen unlizenzierte Angebote vorgehen können", erklärte Dahms. Einzelne "Nachbesserungen" seien erforderlich, "damit es nicht zur Verdrängung von Spielern in den Schwarzmarkt und zu Wettbewerbsverzerrungen kommt".

Wie aus dem Entwurf für den Staatsvertrag hervorgeht, soll der Umfang erlaubter Sportwetten auf sogenannte Ereigniswetten ausgeweitet werden, bei denen etwa darauf gewettet wird, wer beim Fußball das nächste Tor schießt oder im Volleyball den nächsten Satz gewinnt.

Bestimmte Formen dieser Ereigniswetten, bei denen die Gefahr von Manipulationen besonders hoch ist, sollen aber verboten bleiben. Außerdem sind detaillierte Regelungen zum Schutz vor Spielsucht vorgesehen. Eine neue Aufsichtsbehörde soll die Anbieter kontrollieren und dabei insbesondere den Schutz von Suchtgefährdeten, Kindern und Jugendlichen überwachen.