REITs wären eigentlich ideal für Warren Buffett: Warum investiert er nicht im großen Stil?

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REITs sind eigentlich ein Ansatz, der für Warren Buffett ideal sein kann. Gleich mehrere Vorteile sind offensichtlich für mich, wenn es um diese Möglichkeit geht.

Schließlich schätzt es Warren Buffett, wenn er in Unternehmen investiert, die einen hohen Cashflow erwirtschaften. Das können wir bei REITs und ihren teilweise sehr starken Dividenden definitiv bejahen. Aber es gibt noch andere Dinge. Ein einfaches, verständliches Geschäftsmodell ist schließlich ebenfalls Teil des Ansatzes. Zudem haben einige der Real Estate Investment Trusts einen Inflationsschutz in ihre Mietverträge eingebaut.

Es wäre falsch zu sagen, dass Warren Buffett nicht in REITs investiert. Mit Store Capital ist ein qualitativer Vertreter in seinem Depot vertreten, der Starinvestor ist sogar der größte einzelne Anleger bei diesem Namen. Trotzdem ist der relative Anteil vergleichsweise gering. Das führt für mich zu der Frage: Warum ist dem eigentlich so?

Warren Buffett & REITs: Eine Frage der Rendite?

Grundsätzlich bin ich überzeugt: Auch wenn REITs für Warren Buffett interessant sind, so sind viele Modelle mit Blick auf die Gesamtrendite nicht interessant. Der Starinvestor ist schließlich auch ein Fan davon, wenn sich der Zinseszinseffekt entfalten kann. Das ist bei den Real Estate Investment Trusts nicht der Fall, die 90 % ihrer Gewinne an die Investoren auszahlen müssen.

In der Quintessenz führt das dazu, dass viele Real Estate Investment Trusts zwar eine solide Rendite besitzen. Aber eben keine, die besonders hoch ausfällt. Natürlich hängt das auch von der fundamentalen Bewertung ab. Ich schätze jedoch, dass die Bewertungen für das Orakel von Omaha selten so günstig ist, auch aufgrund den stets hohen und teilweise zuverlässigen Dividendenrenditen, dass es bislang im großen Stil zugeschlagen hat.

Warren Buffett setzt zwar gerne auf einfache Geschäftsmodelle, die einen hohen, freien Cashflow erwirtschaften. Das ist bei REITs häufig gegeben. Aber es geht ihm eben auch um einen effizienten Kapitaleinsatz mit einer maximalen Rendite. Das wiederum ist nur teilweise gegeben.

Nicht mehr so die Möglichkeiten …

Ein zweiter Grund, warum REITs im Portfolio von Warren Buffett nicht so stark vertreten sind, hängt vermutlich mit fehlenden Möglichkeiten zusammen. Selbst große REITs wie Realty Income besitzen zwar eine Marktkapitalisierung von 44 Mrd. US-Dollar. Um hier groß zuzukaufen und sich 10 % zu sichern, würde es jedoch lediglich 4,4 Mrd. US-Dollar benötigen. Und bedenke: Die meisten Real Estate Investment Trusts sind bedeutend kleiner.

Das heißt, die Spielwiese ist für Warren Buffett nicht so attraktiv, weil seine eigenen Größenverhältnisse in diesem Markt nicht mehr passend sind. Positiv ausgedrückt ist das jedoch kein Hindernis für uns Privatinvestoren. Wir können uns auch kleineren Real Estate Investment Trusts als Ausnahmen mit günstigeren Bewertungen oder Wachstumsperspektiven nähern.

Der Artikel REITs wären eigentlich ideal für Warren Buffett: Warum investiert er nicht im großen Stil? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Realty Income. The Motley Fool empfiehlt STORE Capital.

Motley Fool Deutschland 2022

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