Reisen: Reifetest am Ende der Welt

Sich erproben, Unabhängigkeit genießen: Das suchen Jugendliche „Down Under“

"Ich will weg von meiner Mutter und meinen Geschwistern", sagt der 18-jährige Julius und holt tief Luft. "Nicht, dass ich sie nicht leiden könnte. Doch ich will was sehen von der Welt und neue Leute kennenlernen."

Der frisch gebackene Abiturient aus Schöneberg will, was alle wollen: die Freiheit des Reisens auskosten, bevor das Leben anstrengend wird. Ferne Länder sehen, Abenteuer erleben, unbekannte Kulturen kennenlernen, Menschen aus aller Welt treffen und dazu atemberaubende Landschaften entdecken.

"Zuerst will ich in Thailand – einen Monat Party machen. Danach fliege ich nach Neuseeland und dann nach Australien und mache Work and Travel", erläutert Julius den Plan. Dafür arbeitet er jetzt Vollzeit in einer Bäckerei. Wenn er genug Geld zusammen hat, soll's losgehen. "3000 Euro will ich mitnehmen", sagt er ernst, "bis Oktober schaffe ich das." Er freut sich auf die Erfahrung, nur aus dem Rucksack zu leben und ganz für sich alleine gerade zu stehen. Als jüngstes von vier Geschwistern muss man dafür einmal weit weg von allem sein, ist Julius überzeugt. "Ein Jahr Pause für mich", verlangt er. "Hier bin ich viel zu abgelenkt, um herauszufinden, was ich eigentlich will."

Die Lust zu reisen scheint heute riesengroß. Jugendbegegnungen, Workcamps, Sprachreisen und Schüleraustauschprogramme florieren, ebenso die Au-Pair-Stelle, das Year Abroad, britische Internate oder das Freiwillige Soziale Jahr in Kenia. Auch der Master an einer international anerkannten Universität ist gefragt.

Mitt...

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