Reimer verrät: So lief die Party nach dem Eishockey-Wunder

Jonas Nohe
Patrick Reimer erzielte das entscheidende Tor im Viertelfinal-Krimi gegen Schweden

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft steht nach dem Sensations-Sieg gegen Kanada im olympischen Finale  von Pyeongchang und hat damit ein Eishockey-Fieber in Deutschland ausgelöst.

Im Finale gegen die Olympischen Athleten aus Russland (ab 13.10 Uhr OZ/5.10 MEZ im LIVETICKER) will das DEB-Team nun die größte Sensation seit dem "Miracle on Ice" 1980 mit der Goldmedaille krönen.

Mit Patrick Reimer, der das entscheidende Tor gegen Schweden im Viertelfinale schoß, haben die Deutschen einen Russland-Experten in ihren Reihen. Bei der WM 2011 besiegte Deutschland die damals nominell sogar stärker besetzte Sbornaja mit 2:0 - einer der Torschützen war Reimer.

Im exklusiven SPORT1-Interview spricht der Stürmer der Thomas Sabo Ice Tigers vor dem Endspiel über die Feier nach dem Sieg gegen Kanada, das Eishockey-Fieber in Deutschland und ein verrücktes Ritual vor den Spielen. (SERVICE: Der Zeitplan der olympischen Spiele)


SPORT1: Herr Reimer, nach dem Sieg gegen Kanada gab es noch eine Party im Bus - sogar der Busfahrer hat da bereitwillig mitgespielt...

Patrick Reimer: Ja, der Busfahrer hat koreanisches Techno aufgelegt. Das war die perfekte Musik für uns in dem Moment. Da haben wir noch einmal die Sau rausgelassen. Aber jetzt ist der Fokus voll auf dem Finale. Es war ein sehr schöner Moment, aber wir haben jetzt noch ein Spiel vor der Brust.

SPORT1: Die letzte Nacht war wahrscheinlich sehr kurz - sind Sie dennoch fit für das Finale?

Reimer: Ja, aber nicht aufgrund der Feierlichkeiten, sondern weil noch so viel im Kopf war. Es war nicht einfach einzuschlafen. Wir haben jetzt noch einmal genug Zeit zu entspannen nach dem Training und werden dann top vorbereitet ins Finale gehen. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)


SPORT1: Was bedeutet für Sie, dass in Deutschland das Eishockey-Fieber ausgebrochen ist?

Reimer: Das ist der Wahnsinn, dass wir da so eine Euphorie entwickelt haben. Vor allem, da Eishockey sonst nicht immer so im Fokus steht. Wenn man jetzt sieht, wie alle mitfiebern, ist das unglaublich. Es ist toll mitzubekommen, wie die Leute uns nur das Beste wünschen und wir hoffen, dass wir sie dafür noch einmal belohnen können.

SPORT1: Haben Sie eine Botschaft für die Fans in Deutschland?

Reimer: Vielen Dank schon einmal für die Unterstützung zu Hause – ihr seid der Wahnsinn! Wir freuen uns, wenn wir wieder zurückkommen. Hoffentlich können wir die Sache krönen und mit der Goldmedaille um den Hals nach Hause kommen. (SERVICE: Eishockey-Zeitplan)


SPORT1: Nach der Niederlage gegen Schweden hat sich bei der Mannschaft ein neues Ritual eingebürgert: Statt Marco Sturm verlesen in der Kabine die beiden koranischen Teambetreuer mit dem Nachnamen Kim die Startformation - auf Englisch und auf Koreanisch. Was sagen Sie zur sogenannten "Kim & Kim Magic"?

Reimer: Kim & Kim Magic ist unglaublich. Die Jungs haben einen Lauf und wir hoffen, dass sie den Lauf auch positiv beenden. Die Jungs machen eine super Arbeit. Die Menschen in Südkorea sind allgemein super freundlich und machen einen super Job. Es ist schön hier zu sein.