Der reichste Mann Japans zahlt seinen Mitarbeitern 40 Prozent mehr Monatsgehalt wegen der Inflation

Der Gründer der Bekleidungskette Uniqlo zahlt seinen Mitarbeitern ab 1. März bis zu 40 Prozent mehr Gehalt als Reaktion auf die Inflation. - Copyright: picture alliance/Xing Yun/Costfoto/Xing Yun; Kyodo; Collage: Dominik Schmitt/Business Insider
Der Gründer der Bekleidungskette Uniqlo zahlt seinen Mitarbeitern ab 1. März bis zu 40 Prozent mehr Gehalt als Reaktion auf die Inflation. - Copyright: picture alliance/Xing Yun/Costfoto/Xing Yun; Kyodo; Collage: Dominik Schmitt/Business Insider

Rechnet doch mal: Wie viel sind 40 Prozent eures Monatsgehalts? Und jetzt stellt euch vor, ihr bekämt genau diesen Betrag ab März mehr. Eine ganz gute Aussicht, oder? So geht es den Mitarbeitern der japanischen Gruppe Fast Retailing, zu der unter anderem Uniqlo gehört.

Der Gründer des Bekleidungsimperiums Tadashi Yanai hat entschieden, als Reaktion auf die Inflation die Gehälter seiner Angestellten massiv zu erhöhen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zu Fast Retailing gehören weltweit mehr als 3.500 Bekleidungsgeschäfte. Zum ersten Mal seit 20 Jahren würden die Vergütungen in der gesamten Gruppe überarbeitet, sagte der Unternehmenssprecher Pei Chi Tung am Mittwoch. Angestellte ohne Berufserfahrung würden künftig 2300 US-Dollar pro Monat und damit 18 Prozent bekommen; Laden-Manager bekämen 2700 US-Dollar und 36 Prozent mehr als zuvor.

Dem japanischen Premier Fumio Kishida dürfte dieser Schritt sehr gefallen, setzt er sich doch schon länger für steigende Löhne ein. Denn: Die schlechte Lohnsituation ist wohl zum größten Problem der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt geworden. Das durchschnittliche Jahreseinkommen hat sich in Japan seit den 1990er Jahren kaum verändert und lag 2021 bei 39.711 US-Dollar, deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 51.607 US-Dollar.

"Neben Fast Retailing gab es einige Unternehmen, die bis zum letzten Jahr ihre Löhne deutlich erhöht haben. Das ist ein positiver Faktor für die japanische Wirtschaft", sagte Taro Saito, Experte beim NLI Research Institute, Reuters. Fast Retailing sei aber auch Unternehmen, das sich starke Erhöhungen leisten könne – was bei vielen anderen japanischen Unternehmen nicht der Fall sei.

Wer ist der reichste Mann Japans?

Tadashi Yanai lebt in Tokio, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit einem Vermögen von 30,9 Milliarden US-Dollar ist er der reichste Mann Japans und wird bei Forbes auf Platz 44 der reichsten Menschen der Welt geführt. Sein Ziel ist Berichten zufolge, Fast Retailing zum weltweit größten Textil-Retailer zu machen – wofür er aber H&M überholen müsste.

Der heute 73-Jährige wurde am 7. Februar 1949 in der Stadt Ube am japanischen Binnenmeer Seto in eher einfachen Verhältnissen geboren. 1971 machte er seinen Abschluss an der Waseda-Universität in Tokio in Wirtschaft und Politikwissenschaften. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei einer Supermarkt-Kette kehrte er zu seinem Vater zurück, der eine kleine Schneiderei betrieb. 1984 eröffnete Yanai die erste Uniqlo-Filliale in Hiroshima.

1991 machte er den ersten, großen Schritt, um sein Textilimperium aufzubauen und benannte die Firma seines Vaters von Ogori Shoji in Fast Retailing um – der Name, den sein Unternehmen bis heute trägt. Dazu gehören mittlerweile neben der weltweit erfolgreichen Bekleidungskette Uniqlo die Marken Theory, Helmut Lang, GU und J Brand.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist Yanai keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt, nicht immer politisch korrekt ist und klar seine eigenen Ziele verfolgt. So soll er sich in der Vergangenheit offen über seine Abneigung gegen Südkorea geäußert und sich zunächst geweigert haben, seine Filialen in Russland zu schließen, nachdem Moskau die Ukraine überfallen hatte.