"Rehragout-Rendezvous"-Premiere mit emotionalen Hintergrundgeschichten

Autorin Rita Falk präsentierte ihren neuen Eberhoferkrimi "Rehragout-Rendezvous" zusammen mit Schauspieler Christian Tramitz und Moderator Florian Wagner am Mittwoch im Circus Krone. (Bild: imago images/Future Image)
Autorin Rita Falk präsentierte ihren neuen Eberhoferkrimi "Rehragout-Rendezvous" zusammen mit Schauspieler Christian Tramitz und Moderator Florian Wagner am Mittwoch im Circus Krone. (Bild: imago images/Future Image)

Schriftstellerin Rita Falk (58, "Hannes"), Schauspieler Christian Tramitz (66, Sprecher der erfolgreichen Eberhoferkrimi-Hörbücher) und Moderator Florian Wagner (46) präsentierten am Mittwochabend (22.6.) im Rahmen des Krimifestivals im atmosphärischen Münchner Circus-Krone-Bau den elften Eberhoferkrimi "Rehragout-Rendezvous" (2021).

Das Buch ist zwar schon seit September 2021 auf dem Markt, doch auch diese Veröffentlichung war wie so vieles in den Pandemiewellen eher untergegangen. Neben den unterhaltsamen Lesepassagen versprachen die drei dem begeisterten Publikum "viele Hintergrundgeschichten" zum Buch - und sie hielten Wort. spot on news war vor Ort.

Schwerer Schicksalsschlag überschattet die Arbeit am Buch

Gleich zu Beginn ging es um den schweren Schicksalsschlag, der Rita Falks Arbeit an dem Krimi ganz unabhängig von Lockdowns und Co. überschattete. "Ich hatte acht Kapitel fertig - das ist ungefähr ein Drittel -, als mein Mann und ich die Diagnose bekommen haben, dass er krebskrank ist. Dann ist er auch nach ganz kurzer Zeit gestorben und ich habe eine ganze Weile gar nicht schreiben können", erinnert sich die Schriftstellerin an die lähmende Phase nach dem Tod ihres Ehemannes, des früheren Polizisten Robert Falk, der im Juli 2020 im Alter von 60 Jahren seiner Krankheit erlag. Mehr noch, sie habe sogar "totale Selbstzweifel" bekommen, wenn sie in ihren alten Büchern geblättert habe. "Ich habe gedacht: Das ist alles Müll."

Schlussendlich geholfen hat ihr dann ihre "beste Freundin" - die an dem Abend zwar anwesend war, namentlich aber nicht genannt werden wollte. Diese sei irgendwann so hartnäckig geworden und bei der Trauernden eingezogen. "Ich niste mich jetzt bei dir ein, bis du ein weiteres Kapitel geschrieben hast", so der Plan der Freundin. Gesagt, getan. "Am ersten Vormittag hat sie mich wirklich ins Büro eingesperrt und gesagt: 'Ich lasse dich erst wieder raus, wenn du etwas geschrieben hast", erzählt Falk weiter. Sie habe dann am Computer Solitär gespielt. Irgendwann am Nachmittag habe sie sich aber gedacht: "Das macht so keinen Sinn. Ich bekomme sie ja nie wieder los, wenn ich nicht irgendwas schreibe... Und so bin ich irgendwann wieder reingekommen in den Text und habe die restlichen 16 Kapitel geschrieben." Dafür bekam die Freundin einen großen Applaus vom gerührten Premierenpublikum.

Auf die Frage von Florian Wagner, wie es war, in dieser emotional sehr belasteten Zeit ausgerechnet eine (Krimi-)Komödie zu schreiben, antwortet Rita Falk: "Ich finde, dass 'Rehragout' überhaupt andere Töne hat." Das Buch sei "ein bisschen raus aus der Eberhofer-Reihe", was sich aber auch im Vorgängerbuch mit dem Tod von Hund Ludwig schon abgezeichnet habe. "Ich bin gerade ein bisschen dabei, mich neu zu sortieren und neu zu erfinden", sagt die Autorin. Und deutet damit zum ersten Mal an diesem Abend ein mögliches Ende der Kultreihe um den Niederkaltenkirchener Dorfpolizisten, seine Familie, Freunde und Privatdetektiv Rudi Birkenberger an. Natürlich solle der Eberhofer lustig bleiben, das sei ja ganz klar. "Gerade in diesen Zeiten muss er ja noch lustiger sein als sonst. Aber das Leben ist halt nicht immer nur lustig. Und mein Anspruch ist es, das auch ein bisschen hineinzubringen."

Darum geht's in "Rehragout-Rendezvous"

Christian Tramitz' Lesungen gewährten an diesem Abend dennoch eher Einblicke in die vielen lustigen Passagen des Buchs, dessen Plot der dtv-Verlag so zusammenfasst: "Zefix! Was ist denn in die Eberhofer-Weiber gefahren? Die Oma beschließt nach gefühlten 2000 Kuchen und noch mehr Schweinsbraten, Semmelknödeln und Kraut, sich der häuslichen Pflichten zu entledigen − und fortan zu chillen. Ausgerechnet an Weihnachten! Und seit die Susi ihre Karriere als stellvertretende Bürgermeisterin verfolgt, fühlt sich der Sex mit ihr im schicken Neubau für den Franz an, als hätten sie ihn gratis zu den Esszimmermöbeln dazu bekommen. Zu allem Übel wird dann auch noch der Steckenbiller Lenz vermisst. Der Franz soll gefälligst eine Vermisstenanzeige aufgeben, die Mooshammer Liesl befürchtet das Schlimmste. Nur: Eine Leiche ist weit und breit nicht in Sicht. Damit steht der Eberhofer vor einer schier unlösbaren Aufgabe..."

Der Buchtitel stammt diesmal übrigens ausnahmsweise nicht von der Autorin selbst, sondern vom Buengo-Darsteller der Krimiverfilmungen, Castro Dokyi Affum (geb. 1988). Er habe ihn ihr "geschenkt", wie Rita Falk bei der Veranstaltung verrät. Und sich für diesen guten Einfall nochmal herzlich bei dem ebenfalls anwesenden Schauspieler bedankt.

Wie geht es mit den Eberhoferkrimis weiter?

Da müssen die Fans jetzt stark sein, denn im Laufe der Veranstaltung betonte die Erfolgsautorin mehrmals, dass ein Ende in Sicht sein könnte. "Ich fühle mich natürlich nach wie vor sehr wohl in Niederkaltenkirchen, aber ich weiß nicht, ob ich es aushalte, dort rumzuhängen, bis ich in die Rente gehe. Irgendwann brauche ich auch mal wieder einen anderen Plot, ein anderes Personal - mit diesen Gedanken spiele ich gerade ein bisschen", sagt Rita Falk. Aktuell arbeite sie zwar am nächsten Eberhoferkrimi - "und das macht auch wieder Spaß" -, aber sie erlebe auch viel und treffe viele skurrilen Menschen, über die sie sich ebenfalls vorstellen könne, etwas zu schreiben.

Später sagt sie noch: "Ich möchte es nicht zu Tode reiten." Gleichzeitig gibt sie aber auch zu, dass der Gedanke an einen Abschied kein leichter ist. "Mir fällt der Abschied schon schwer, aber ich weiß auch, dass es nicht ewig laufen kann." Es sei absehbar, dass die Geschichte irgendwann auserzählt ist. Sie tue sich inzwischen schon schwer, neue Mordmotive oder Mordwaffen zu finden. "Momentan schreibe ich den zwölften Krimi und ich habe mir gedacht: Das Dutzend ist voll, das wäre ja vielleicht ein guter Abschluss..." - über den Inhalt des möglicherweise finalen Eberhoferkrimis hat sie aber noch nichts verraten.

Am 4. August steht aber erstmal die Premiere der achten Buchverfilmung "Guglhupfgeschwader" (Buch 2019) mit Sebastian Bezzel (50), Simon Schwarz (51), Lisa Maria Potthoff (43) und all den anderen Fanlieblingen an. "Sie haben den Saustall zerschossen - die Möbel, die Wände, die Decke. Ich bin entsetzt gewesen, als ich das gesehen habe. Das Heiligtum vom Franz Eberhofer ist dem Guglhupfgeschwader zum Opfer gefallen - ich kann mich gar nicht erinnern, das hineingeschrieben zu haben", erzählt Rita Falk von ihrem letzten Besuch am Set und gibt damit einen kleinen Vorgeschmack, was das Kinopublikum erwartet.

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