Regierung will Übernahmen von Firmen durch ausländische Investoren erschweren

Flaggen von China und von Hongkong

Die Bundesregierung will Übernahmen deutscher Firmen durch ausländische Investoren erschweren. "Es ist dringend notwendig, dass wir noch in diesem Jahr EU-weit ein schärferes gesetzliches Instrument an die Hand bekommen, um Übernahme-Fantasien sowie Technologie- und Know-how-Abfluss wirksam entgegenzutreten", sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Matthias Machnig, der "Welt am Sonntag".

Es müsse möglich sein, "staatlich gelenkte, strategische Firmenübernahmen anderer Staaten" genauer zu prüfen und notfalls zu untersagen. Erst am Mittwoch hatte die Beratungsgesellschaft EY mitgeteilt, dass chinesische Investoren im vergangenen Jahr mit 13,7 Milliarden Dollar (11,1 Milliarden Euro) so viel Geld wie nie in deutsche Firmen steckten. Zugleich ging die Zahl der Firmenübernahmen zurück.

Wie die "Welt am Sonntag" zudem unter Berufung auf eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtete, gaben die Chinesen noch vor sieben Jahren gerade einmal hundert Millionen Euro für Zukäufe in Deutschland aus.

Die EU sei "weltweit für viele attraktiv", sagte Staatssekretär Machnig der Zeitung. "Firmenübernahmen nehmen zu, leider oft unter marktverzerrenden Finanzierungsbedingungen." Deutschland habe daher mit Frankreich und Italien eine EU-Gesetzgebung angestoßen, um auch im Rahmen der EU ausländische Direktinvestitionen künftig genauer kontrollieren zu können, sagte er. Derzeit befinde sie sich im parlamentarischen Prozess.