Regierung und Rebellen des Südsudan vereinbaren Feuerpause

Der südsudanesische Oppositionsführer Riek Machar

Im Südsudan soll in der Nacht zum Mittwoch eine Waffenruhe in Kraft treten. Darauf einigte sich die Regierung mit der Oppositions- und Rebellenallianz SSOMA am Montag bei Verhandlungen in Rom, wie die Vatikan-nahe geistliche Gemeinschaft Sant'Egidio mitteilte. Sie hatte die Verhandlungen organisiert.

Die Einigung sieht nach Angaben von Sant'Egidio auch vor, dass humanitären Organisationen der Zugang zum Land ermöglicht wird und die Verhandlungen in Rom weitergeführt werden.

Ein im September Jahr 2018 unterzeichnetes Friedensabkommen zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar hatte bereits zu einer deutlichen Abschwächung der Kämpfe geführt. Allerdings waren an dem Abkommen nicht alle südsudanesischen Rebellen beteiligt gewesen.

Ein Sprecher der südsudanesischen Regierung sagte, die jetzt in Rom erzielte umfassende Vereinbarung erlaube es, "die Waffen zum Schweigen zu bringen" sowie vor allem ländliche Gebiete mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Die Einigung werde bei der Aussöhnung in dem Krisenstaat helfen.

Ein Anführer der SSOMA entschuldigte sich in einer Botschaft an Papst Franziskus dafür, dass seine Organisation den Krieg verursacht habe. Die Rebellen seien darüber "beschämt".

Der mehrheitlich christliche Südsudan hatte im Sommer 2011 seine Unabhängigkeit vom vorwiegend arabisch-muslimischen Sudan erklärt. Im Dezember 2013 begann dann in dem bitterarmen Land ein Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als 380.000 Menschen getötet und vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben wurden.