Regierung: Omikron „in wenigen Tagen“ in Deutschland dominierende Variante

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Ein Passagier eines Fluges aus Südafrika wird am Flughafen Amsterdam Schiphol auf das Coronavirus getestet.
Ein Passagier eines Fluges aus Südafrika wird am Flughafen Amsterdam Schiphol auf das Coronavirus getestet.

Nach Einschätzung der Bundesregierung dürfte Omikron bereits in wenigen Tagen bundesweit die dominierende Corona-Variante sein. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag Vorschläge für schärfere Kontaktbeschränkungen an. Bundesregierung und Wissenschaftler mahnten die Bevölkerung, trotz meist milderer Verläufe durch Omikron das Risiko schwerer Erkrankungen und längerfristiger Lungenschäden nicht zu unterschätzen.

"Zurzeit gehen wir von einem Omikron-Anteil von 25 Prozent deutschlandweit aus", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. In einigen Bundesländern insbesondere im Norden sei Omikron bereits dominierend. Insofern sei davon auszugehen, "dass in kurzer Zeit, in wenigen Tagen Omikron eigentlich auch bundesweit die dominierende Variante sein wird". Seit Ende Dezember steigt die Sieben-Tage-Inzidenz. Am Mittwoch lag der Wert laut Robert Koch-Institut bei 258,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Binnen eines Tages wurden 58.912 Neuinfektionen und 346 Todesfälle gemeldet.

Der Berliner Virologe Christian Drosten bekräftigte derweil, Daten wiesen darauf hin, dass bei Omikron-Infektionen ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse. Doch das individuelle Risiko bleibe. "Es gibt junge Leute Mitte 20, die auf der Intensivstation landen", sagte Drosten im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Es gebe auch Berichte von Leistungssportlern, die nach fast asymptomatischer Infektion noch wochenlang nicht trainieren könnten. "Das kommt einfach daher, dass das Lungengewebe geschädigt wird." Das könne Monate dauern. Regierungssprecher Steffen Hebestreit mahnte, man könne auch mit Omikron krank werden und für eine ganze Weile ausfallen. "Das ist jetzt kein Pappenstiel."

Lauterbach sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), insbesondere für Ungeimpfte gebe es keinen Grund zur Entwarnung. "Mein Appell an die Ungeimpften ist, dass sie sich schnell zumindest einmal impfen lassen, damit sie wenigstens für den ganz schweren Krankheitsverlauf eine wichtige Schutzwirkung haben."

dpa/CL

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