Regierung hebt Schonzeit für Wildschweine auf

Die Bundesregierung hebt zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest die Schonzeit für Wildschweine auf

Die Bundesregierung hebt zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest die Schonzeit für Wildschweine auf. Das Kabinett verabschiedete nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Mittwoch eine entsprechende Verordnung zur Änderung der Bestimmungen für die Schweinepest. Demnach solle durch die "Aufhebung der Schonzeit und die damit einhergehende ganzjährige Bejagung" eine "erhebliche Ausdünnung der Schwarzwildpopulation" ermöglicht werden. Dadurch solle das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest vermindert werden.

Die Verordnung sieht auch vor, dass weibliche Wildschweine in größeren Rotten "mit nicht mehr gelb gestreiften Frischlingen" bejagt werden dürfen, weil Frischlinge durch andere Bachen übernommen würden. Außerdem wurden weitere Regeln zur Reinigung und Desinfektion von Viehtransportfahrzeugen erstellt, erlegte Wildschweine müssen zudem gekennzeichnet und verendete Tiere untersucht werden. Das Verfüttern von Gras, Heu und Stroh aus gefährdeten Gebieten wird verboten.

Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Der Mensch könne den Erreger aber nach Deutschland bringen, warnte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) kürzlich. Außerdem besteht die Befürchtung, dass Wildschweine insbesondere in den Grenzgebieten Wurst von infizierten Tieren fressen könnten und sich dabei anstecken.

Der Bauernverband und der Jagdverband hatten gefordert, dass mehr Wildschweine als bislang erschossen werden dürfen, um das Risiko eines Ausbruchs der Seuche einzudämmen. Schmidt erklärte am Mittwoch, mit der Verordnung sei ein "effizientes Instrumentarium" geschaffen worden, um der Schweinepest wirkungsvoll zu begegnen. Die Einschleppung der Seuche sei für Deutschland eine "große Gefahr" und hätte neben den Auswirkungen auf die Tiere "schwere wirtschaftliche Folgen für Schweinemastbetriebe".

Die agrarpolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Marlene Mortler, erklärte, Deutschland sei auch für den "Ernstfall gut gerüstet". Das Nationale Krisenzentrum Tierseuchen des Bundeslandwirtschaftsministeriums habe bereits "verschiedene Szenarien erprobt", erklärte sie.

Verbraucher könnten zudem dabei helfen, einen Ausbruch der Tierseuche in Deutschland zu verhindern, erklärte Mortler. In Privathaushalten und an öffentlichen Plätzen sollten Speisereste daher immer geschlossen entsorgt werden, damit sie nicht von Wildschweinen gefressen werden können.