Regierender in den USA: Der Streit in der Koalition holt Müller auch in L.A. ein

Das Hollywood Sign in den Hollywood Hills

Der Höhepunkt von Michael Müllers Dienstreise beginnt, als das Licht ausgeht. Es geht um Drogen, Sex und Kriminalität. Berlins Regierender Bürgermeister sitzt im United Artists Theatre in Downtown Los Angeles. Gezeigt wird "Babylon Berlin", die Serie aus dem Berlin der 20er-Jahre, die zurzeit auf Sky läuft und in einem Jahr in der ARD gezeigt wird. Die Amerika-Premiere ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten zu 50 Jahren Städtepartnerschaft Berlin-Los Angeles. 800 Gäste sind in das legendäre Theater gekommen, um einzutauchen in das Berlin der Weimarer Zeit. Berlin will zeigen, dass die Stadt mithalten kann mit Hollywood, mit den großen Serien, die für Sender wie Netflix oder Amazon Prime produziert werden. Es ist ein Termin, der Müller Spaß macht.

Die Realität sieht für den Senatschef im Oktober 2017 ganz anders aus. Der Moment, der so nah dran ist an der politische Wahrheit, ereignet sich wenige Tage zuvor.

Show um der Show Willen, das ist nicht Müllers Welt

Berlins Regierender Bürgermeister steht auf dem Dach des Hotels The Standard in L. A. Es ist ein lauer Spätsommerabend. Hubschrauber kreisen noch am Himmel. Die Sterne scheinen schon. Kellnerinnen mit Sepplhut und deutscher Banderole servieren in der Rooftopbar Mini-Hamburger. Die Berliner Industrie- und Handelskammer hat zu einem lockeren Abendessen geladen. Müller soll ein Grußwort halten. Da findet er plötzlich sehr ehrliche Worte, die seine Gemütslage beschreiben. "Ich bin von Journalisten, aber auch von einigen Teilnehme...

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