Reform angestoßen: Kölner Verwaltung soll moderner und weniger bürokratisch werden

Ehrenamtler sollen eine höhere Aufwandsentschädigung erhalten.

Kundenfreundlicher sollen sie arbeiten, die Dienststellen, schneller und stärker ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Bürger.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker betrachtet die Reform der Verwaltung als eines ihrer wichtigstes Themen. Um die Bedeutung des Vorhabens herausstellen, hat man sich im Rathaus sogar ein Motto einfallen lassen. Es lautet: #wirfürdieStadt.

„Wir wollen mit der Verwaltungsreform erreichen, dass die Stadt Köln zu einer professionellen Dienstleisterin, zu einer attraktiven Arbeitgeberin und zu einer geschätzten Partnerin für Stadtgesellschaft und Politik wird“, sagte Reker am Dienstag vor Journalisten.

Das Rautenzeichen, durch das Internet als „Hashtag“ bekannt, soll die Verknüpfung der Reform „mit einem intensiven Dialog nach innen und nach außen symbolisieren“.

100 Reformmaßnahmen benennen

Nachdem die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen sind, wollen Reker und ihr Chefstratege Rainer Heinz mit der Modernisierung der Behörde beginnen. Die rund 70 Ämter und Dienststellen sollen zum Start 100 „Reformmaßnahmen“ benennen, von denen sie möglichst viele innerhalb der kommenden 18 Monate umsetzen sollen.

Nach und nach kommen dann weitere Aufgabengebiete hinzu, bis irgendwann die gesamte Behörde mit ihren 19000 Beschäftigten von einem geänderten Selbstverständnis durchdrungen ist – weniger Bürokratie, mehr Verantwortung für den einzelnen.

Für den auf fünf Jahre angelegten Reformprozess hat der Stadtrat zehn Millionen Euro bewilligt. Die Summe setzt sich zusammen aus den Honoraren für eine Beratungsfirma und den Ausgaben für 16 interne Projektmanager.

Im besten Fall werde sich die Reform selber in Gang halten, hofft der städtische Chefstratege Rainer Heinz. Er wirbt für ein stetiges Überdenken der Arbeitsweisen und Anpassen an die jeweiligen Erfordernisse; ganz so, wie es in vielen Unternehmen üblich ist. Eine Verwaltung, betonte Reker, „darf nicht in Verfahren verharren“, die vor 20, 30 Jahren möglicherweise noch angebracht waren.

Anderer Umgang nötig

Ein effizientes, von Verantwortung getragenes Arbeiten erfordere zugleich einen anderen Umgang miteinander, finden die Reformer im Rathaus. „Die Mitarbeiter müssen auch mal einen Fehler machen dürfen“, sagte Reker. „Die Frage, wer ist schuld, bringt nicht weiter.“ Sinnvoller sei der Gedanke, „wie können wir das lösen?“

Sobald wie möglich sollen bis zu 18 sogenannte Pilotämter bestimmt werden; quer durch alle Aufgabenfelder, von der Kultur und den Finanzen bis zum Verkehr, mindestens eins aus jedem der acht Dezernate. Diese Ämter werde als erste modernisiert. Die übrigen Dienststellen sollen sich deren Erfahrungen zunutze machen.

Zu den Behörden mit Vorreiterrolle zählen das Ordnungsamt, das Amt für Stadtentwicklung und Statistik sowie die Bauaufsicht, die wegen der Dauer der Genehmigungsverfahren in besonderem Maße der Kritik ausgesetzt ist. Ein weiteres vorrangiges Ziel: Meldehallen sollen für die Zukunft ertüchtigt, Bau- und Vergabeverfahren beschleunigt werden.

Den internen Umgang mit Bürgerbeschwerden hält Reker ebenso verbesserungswürdig wie das Verfahren zur Besetzung offener Stellen. Bei all dem setzt die Stadtchefin in die Fähigkeiten der Belegschaft: „Wir wollen zeigen: wir rocken die Stadt, wir können das.“ Und schließlich wolle auch sie „in einer Stadt alt werden, die funktioniert“.

Das soll sich bessern

Umgang mit Beschwerden: Eingaben an die Verwaltung, die ohne jede Antwort bleiben – das soll es nicht mehr geben. Der Umgang mit Eingaben soll „bürgerfreundlicher, verlässlicher und konstruktiver“ werden. Verwaltungshandeln soll  nachvollziehbar werden, Fehler werden analysiert.

Beschleunigte Baugenehmigungen: Das Bauaufsichtsamt soll ein „Beratungszentrum“ einrichten. Dessen Mitarbeiter helfen Antragstellern, die Unterlagen zu vervollständigen. Die  an einer Baugenehmigung beteiligten Ämter sollen besser zusammenarbeite, die Abläufe werden besser abgestimmt.

Digitalisierung: Im Zuge der Reform entwickelt die Verwaltung eine Digitalisierungsstrategie. Eine einheitliche, von allen Ämtern verwendete Software ermöglicht einen umfassenden Überblick über sämtliche Verfahren und schafft die Möglichkeit, beizeiten einzugreifen.

Meldehallen und Kfz-Zulassung: Ob neuer Pass oder  Führungszeugnis: Das „Kundenzentrum der Zukunft“ verspricht geringere Wartezeiten und bequemere Verfahren. Das Online-Angebot wird erweitert, vieles lässt sich von zu Hause aus erledigen.  Anregungen der Bürger werden berücksichtigt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta