Nach Referendum: Barca streikt und gibt Statement ab

Der FC Barcelona trug das La-Liga-Spiel gegen Las Palmas vor leeren Rängen aus

Beim FC Barcelona ruht am Dienstag die Trainings- und Büroarbeit.

Wie der Verein am Montag via Twitter mitteilte, beteiligt sich Barca an dem von verschiedenen Gewerkschaften und Organisationen ausgerufenen Generalstreik. Damit soll gegen die Polizeigewalt beim Referendum zur Unabhängigkeit Kataloniens protestiert werden.

Aus diesem Grund bleibt die Geschäftsstelle des Klubs am Dienstag geschlossen. Auch sämtliche Jugend- und Profimannschaften trainieren nicht.

Barca-Boss gibt Statement ab

Klub-Präsident Josep Bartomeu bezog am Montagabend Stellung zu den Vorkommnissen der vergangenen Stunden und erneuerte dabei das Bekenntnis des FC Barcelona zu "Freiheit und zu den Menschen in Katalonien".

"Was wir gestern in unserem Land beobachtet haben, war inakzeptabel. Wir fordern Respekt für die Katalanen und werden wieder ihren Volksvertreter zur Seite stehen", sagte Bartomeu. "Wir Katalanen haben das Recht, gehört zu werden. Als eines der führenden Unternehmen im Land appellieren wir an eine politische Lösung, unter Berücksichtung der Wünsche der Menschen."

Geisterspiel wegen Referendum

Der FC Barcelona musste aufgrund des Referendums am Sonntag sein La-Liga-Spiel gegen Las Palmas (3:0) vor leeren Rängen austragen.


Die Partie war zunächst von der Regionalpolizei abgesagt worden, weil die Sicherheit nicht zu gewährleisten sei. Die spanische Liga lehnte dies jedoch ab. Erst 20 Minuten vor dem Anpfiff gab Barca bekannt, dass das Spiel vor leeren Rängen doch stattfinden sollte.

Bartomeu: "Schwerste Entscheidung"

"Das war eine eine der schwersten Entscheidungen, die ich als Barca-Präsident zu treffen hatte", gestand Bartomeu. Er habe schließlich als "außergewöhnliche Maßnahme" entschieden, das Spiel hinter verschlossenen Türen auszutragen. Man wollte so auf die außergewöhnliche und inakzeptable Situation in Katalonien aufmerksam machen.

Ferner teilte Bartomeu mit, dass der Vorstand die Rücktritte von Vizepräsident Carles Vilarrubi und Vorstandsmitglied Jordi Mones akzeptiert hat. Die aus dem Vorstand ausgeschiedenen Vilarrubi und Mones hatten sich dafür ausgesprochen, das Spiel nicht auszutragen.

Barca unterstützt seit Langem das Recht auf eine Abstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens, ohne sich aber auf eine Seite zu schlagen. Am Sonntag bekannten sich neben Pique auch die früheren Barca-Profis Xavi und Carles Puyol zur Wahl.

In einem Statement verurteilte der FC Barcelona die Maßnahmen in der Stadt, "die die Bürger daran hindern, ihre demokratischen Rechte frei zu äußern". 

Die spanische Polizei ging gewaltsam gegen Demonstranten vor, die Beamte am Betreten von Wahllokalen hindern und den Abtransport beschlagnahmter Wahlurnen verhindern wollten. Nach Angaben der katalanischen Rettungskräfte gab es mehrere Dutzende Verletzte.