Reduzierte Gas-Liefermengen: Behörde weist Gazprom-Begründung zurück

BONN (dpa-AFX) - Die Bundesnetzagentur hat Angaben des russischen Energieriesen Gazprom <US3682872078> zurückgewiesen, wonach Verzögerungen bei Reparaturen an einem Gasverdichteraggregat der Grund für die reduzierten Gasliefermengen durch die Pipeline Nord Stream 1 seien. "Einen kausalen Zusammenhang zwischen dem auf russischer Seite fehlenden Gaskompressor und der großen Lieferreduzierung können wir im Moment nicht bestätigen", teilte die Gas-Aufsichtsbehörde am Mittwoch in Bonn mit.

Der russische Staatskonzern hatte am Dienstag angekündigt, die Gasmengen durch die Ostseeleitung um 40 Prozent zu verringern. Grund seien Verzögerungen bei Reparaturen der Firma Siemens <DE0007236101> an einem Gasverdichteraggregat. Der Energietechnikkonzern Siemens Energy <DE000ENER6Y0> hatte die Überholung der Gasturbine bestätigt. Aufgrund der von Kanada verhängten Sanktionen könne sie derzeit nicht aus Montréal zurückgeliefert werden.

Die Gasflüsse aus der Pipeline lägen bei 59,1 Prozent der technischen Kapazität, berichtete die Bundesnetzagentur. Sie fielen im Moment nicht weiter. "Die von den ausbleibenden Lieferungen betroffenen Unternehmen können diese Mengen zurzeit anderweitig am Markt beschaffen." Es könne weiterhin Gas eingespeichert werden. Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland liegen mittlerweile bei 55,6 Prozent. Der Füllstand des größten deutschen Speichers in Rehden nimmt seit dem 3. Juni kontinuierlich zu und liegt jetzt bei gut 8,1 Prozent.

Der Gas-Großhandelspreis legte weiter zu. Am niederländischen Handelsplatz TTF kostete im Juli zu lieferndes Erdgas am frühen Mittwochnachmittag pro Megawattstunde 99,7 Euro nach 97 Euro am Vortag. Am Montag hatte der Preis noch 83,4 Euro betragen, am Mittwoch vor einer Woche 79,4 Euro. Der Preis schwankt sehr stark. So lag er am 7. März bei 206,9 Euro. Vor einem Jahr, am 15. Juni 2021, kostete die Megawattstunde Erdgas 18,9 Euro.

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