Rede von Chinas Staatschef Xi beflügelt die deutsche Autoindustrie

China will den Markt für ausländische Autofirmen weiter öffnen. Vor allem die Hersteller von Luxuswagen profitieren.


Autohersteller wie BMW, Daimler und Toyota dürften sich über die Botschaft des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping freuen: Dieser kündigte in seiner Rede am Dienstag an, Einfuhrzölle auf Autos noch in diesem Jahr zu senken. Damit geht das Staatsoberhaupt auf die seit Jahren vorgebrachten Forderungen der Unternehmen, ihnen den Zugang zu chinesischen Milliardenmarkt zu erleichtern.

China werde die Zölle erheblich senken und hoffe aufrichtig darauf, die Importe anzukurbeln, sagte Xi beim Forum Boao in der chinesischen Stadt Hainan. Auch bekräftigte er das Vorhaben der chinesischen Regierung, die Begrenzungen für ausländische Beteiligungen an Automobil-Joint-Ventures zu lockern.

Das solle sobald wie möglich geschehen, sagte Xi, ohne allerdings nähere Details zu dem Vorhaben zu nennen. Derzeit dürfen sich ausländische Unternehmen mit höchstens 50 Prozent an chinesischen Joint Ventures beteiligen.


Sollten die Einfuhrzölle tatsächlich gesenkt werden, dürften vor allem jene Automobilhersteller profitieren, die ihre Produktionsstätte bislang nicht nach China verlagert haben. Das sind vor allem Luxuswagen-Hersteller, wie die Toyota-Tochter Lexus. Dagegen haben sowohl die VW-Tochter Audi als auch die Luxus-Marke von General Motors, Cadillac, eigene Fabriken in China. Sie dürften nicht ganz so stark von den Zollsenkungen profitieren.

Gerade die Deutschen sind seit Jahrzehnten mit ihren Joint Ventures in China vertreten. Volkswagen kooperiert seit 1988 mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) und seit 1991 mit der First Automotive Works (FAW), um Komponenten und Modelle für den größten Automarkt der Welt zu bauen. Bei Elektroautos und leichten Nutzfahrzeugen arbeiten die Wolfsburger mit Anhui Jianghuai Automobile (JAC) zusammen.


Daimler hat mit BYD und BAIC nicht nur zwei chinesische Joint-Venture-Partner, sondern mit Geely-Eigner Li Shufu auch einen chinesischen Großaktionär. Die S-Klasse für den chinesischen Markt bauen die Schwaben aber immer noch in Sindelfingen. Auch sie dürften daher von sinkenden Importzöllen profitieren.

Der Vorstoß der chinesischen Regierung die Märkte zu öffnen, kommt ausgerechnet zu einer Zeit, in der der Protektionismus um sich greift. So kündigte der US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche an, weitere Strafzölle auf chinesische Importprodukte zu verhängen. China wiederum schlug in der vergangenen Woche vor, US-Autos mit zusätzlich 25 Prozent zu besteuern. Derzeit betragen die Einfuhrzölle auf Autos aller ausländischen Hersteller 25 Prozent.


Die Drohung scheint nun der Vergangenheit anzugehören. Er deute die Zeichen der chinesischen Regierung als „ermutigend“, sagte etwa Chef der Asiensparte des US-Herstellers Ford, Peter Fleet, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch die Börse reagiert positiv auf Xis Botschaft. Die Aktien der deutschen Automobilkonzernen legten zum Handelsstart deutlich zu: BWM, Daimler und VW gehörten mit Aufschlägen von jeweils mehr als zwei Prozent zu den stärksten Werten im Dax. Auch Zulieferer Continental stieg um 2,4 Prozent. Aktien von Toyota und Nissan verteuerten sich jeweils um bis zu zwei Prozent, Mazda-Papiere stiegen gut ein Prozent höher.

Dagegen ging es für die Aktien von chinesischen Autoherstellern, etwa BAIC, BYD und Guangzhou Automobile bergab – schließlich bekommen sie durch die neue Regelung mehr Konkurrenz.