„Red Sparrow“: Die wahren Hintergründe zum Agententhriller mit Jennifer Lawrence

Jennifer Lawrence spielt in „Red Sparrow“ eine russische Sex-Agentin. (Bild: 20th Century Fox)

Jennifer Lawrence kämpft im Actionfilm „Red Sparrow“ als russische Agentin für ihr Vaterland und soll dabei ihre Verführungskünste als Geheimwaffe gegen den Staatsfeind USA einsetzen. Was man sich dabei kaum vorstellen kann: Die Handlung von Francis Lawrence’ Film basiert auf teils wahren Begebenheiten.

Primaballerina Dominika (Jennifer Lawrence) muss nach einer Verletzung ihre Karriere an den Nagel hängen. Um ihre Mutter weiterhin finanziell unterstützen zu können, lässt sie sich im „Red Sparrow“-Projekt der russischen Regierung zu einer Agentin ausbilden. Dort wird jungen Menschen gezeigt, wie sie durch „Sexspionage“ ihren Körper als Waffe einsetzen. Nachdem sie in ihrer harten Ausbildung gelernt hat, ihre Zielpersonen psychologisch und sexuell zu manipulieren, soll sie einen CIA-Agenten überwachen und einen amerikanischen Maulwurf in den russischen Reihen aufdecken.

Francis Lawrence’ Film, in dem Vergewaltigungen, Folter und Mord schonungslos gezeigt werden, basiert auf dem Buch „Operation Red Sparrow“ des Amerikaners Jason Matthews. Der Autor der Agenten-Buchreihe ist ein Experte in Sachen Spionage, er selbst arbeitete über 30 Jahre lang für die „Central Intelligence Agency“ (CIA), dem Auslandsgeheimdienst der USA.

Die Ereignisse aus Matthews’ Roman sind eine Mischung aus Anekdoten aus seinem Leben bei der CIA, wie er im Interview mit US-Nachrichtensender „CNBC“ verriet. „Die Russen verwenden seit vielen, vielen Jahren Frauen, um (hochrangige ausländische Beamte) zu Erpressungszwecken sexuell zu verführen und ihre Geheimnisse zu erzählen“. „Wenn die Umstände stimmen, hat jemand mit Zugang zu Geheimnissen zu viele Drinks in einer Moskauer Bar und eine junge Dame wird sich mit Sicherheit an ihn heranschleichen und sehen, wie weit sie kommt“, weiß der Ex-CIA-Mitarbeiter aus sicherer Quelle.

„Red Sparrow“ läuft seit dem 1. März 2018 im Kino. (Bild: 20th Century Fox)

Während des Kalten Krieges soll es laut Matthews russischer Quellen tatsächlich „Sparrow“-Agentenschulen wie im Film gegeben haben. Diese Schulen seien aber heutzutage längst geschlossen, glaube er. Sollte die russische Regierung dennoch einen wichtigen Diplomaten bloßstellen wollen, habe sie dafür immer noch eine Menge freier Mitarbeiter, die in einer Moskauer Bar nur auf ihren Einsatz warten würden, so Matthews weiter.

Die jungen Agentinnen lernten im damaligen „Sparrow“-Training demnach nicht nur, wie man seinen Körper für Top-Secret-Informationen richtig einsetzt, sondern auch, wie man Menschen in Gespräche verwickelt oder eine Flasche Champagner öffnet – kleine Dinge, mit denen Frauen laut Matthews in der Sowjetunion zu dieser Zeit nichts zu tun hatten. Im Film bezeichnet Jennifer Lawrence’ Rolle Dominika ihre harte Agenten-Ausbildung selbst als „Hurenschule“. Ob heutzutage dafür noch jemand ausgebildet wird, weiß der Autor allerdings nicht. „Jetzt haben sie wahrscheinlich arbeitende Mädchen, die das ganz selbstverständlich tun“, ist sich der CIA-Rentner sicher.