Red Bull gehen die Fahrer aus

Nadine Anna Münch
Von der Kettenreaktion um Honda und Toro Rosso betroffen (v.l.): Pierre Gasly, Jolyon Palmer, Carlos Sainz, Daniil Kwjat

Motor getauscht, Fahrer verschachert: Der Honda-Wechsel von McLaren zu Toro Rosso hat in der Formel 1 eine recht kuriose Kettenreaktion ausgelöst - die nun noch größere Ausmaße annimmt als bisher angenommen.

Die Red-Bull-Tochter, die im Zentrum der Wirren steht, hat vor dem F1-Grand-Prix in Austin am 22. Oktober plötzlich ein gewichtiges Problem: Ihr gehen die Fahrer aus.

Renault zieht Sainz ab

Ursprünglich war Toro Rosso mit dem Duo Carlos Sainz und Daniil Kwjat in diese Saison gestartet, hatte sich jedoch nach dem Rennen von Singapur vom umstrittenen Russen getrennt und diesen durch GP2-Champion Pierre Gasly aus Frankreich ersetzt.

Im Zuge des Motorenwechsels Toro Rossos zu Honda forderte Noch-Zulieferer Renault jedoch den Piloten Carlos Sainz als Entschädigung. Der Spanier wechselte prompt und ersetzt den dort ausgebooteten Briten Jolyon Palmer.

Als Ersatz für den nun fehlenden Sainz teilte Toro Rosso am vergangenen Samstag mit, Kwjat würde zum Großen Preis von Austin zurückkehren und zusammen mit Gasly für den Rennstall an den Start gehen. Eine Rolle rückwärts, die alle Probleme zu lösen schien - doch dann meldete sich auch der neue Zulieferer Honda zu Wort und vergrößerte das Kuhhandel-Chaos.

Gasly soll für Honda starten

Gleichzeitig zum Formel-1-Rennen in den USA läuft das Finale der Super Formula in Japan. Gasly ging dort in dieser Saison für Honda an den Start, um sich auf eine Karriere in der Königsklasse des Motorsports vorzubereiten - und liegt zudem auf Meisterkurs. Nimmt der 21-Jährige nicht am letzten Saisonrennen teil, muss Honda den Titel Erzrivalen Toyota überlassen.

Damit die neue Zusammenarbeit zwischen Toro Rosso und Honda nicht gleich zu Beginn auf eine harte Probe gestellt wird, wird das Formel-1-Team Gasly wohl für die Super Formula abgeben, in Austin auf den Youngster verzichten und ihn dann beim darauffolgenden Rennen in Mexiko starten lassen.

Damit ist aber weiterhin nicht geklärt, wer in Texas neben Kwjat das zweite Toro-Rosso-Cockpit besetzt.

Red-Bull-Talentschmiede ausgeschöpft

Einen weiteren Piloten in der hochgelobten Red-Bull-Talentschmiede, aus der Fahrer wie Sebastian Vettel, Max Verstappen und Daniel Ricciardo hervorgingen, gibt es derzeit nicht. Zumindest keinen, der die nötigen Punkte für die Superlizenz in der Formel 1 hat.

Holt Toro Rosso den bei Renault ausgebooteten Jolyon Palmer zurück - oder aktiviert der Rennstall einen außenstehenden Kandidaten? Es kursieren Namen von Robert Kubica über Sebastian Buemi bis hin zu Paul di Resta. Eine Entscheidung soll bis kommenden Dienstag fallen.