Red Bull in Reihe drei: Ricciardo hadert mit DRS-Problem

Maria Reyer

Die Prophezeiung hat sich bewahrheitet: Red Bull ist nur die dritte Kraft am Grand-Prix-Wochenende in Silverstone. Max Verstappen und Daniel Ricciardo können im Qualifying nicht mit Mercedes und Ferrari mithalten und belegen mit den Startplätzen fünf und sechs die dritte Startreihe - das Maximum für die Bullen. Während sich der Niederländer nach einem durchwachsenen Trainingstag am Freitag (Getriebedefekt und Crash) erholen konnte, kämpfte der Australier mit DRS-Problemen. Das erklärt auch den relativ großen Rückstand auf den Teamkollegen.

"Ich weiß nicht genau", entgegnet Ricciardo auf sein DRS-Problem angesprochen. "Ich habe es in Q3 nicht verwenden können zwischen den Kurven 4 und 6. Für die letzte Runde haben sie es reparieren können, nur auf der ersten Runde, meiner besten, hatte ich es nicht zur Verfügung. Das ist ein bisschen frustrierend", muss er zugeben.

Ricciardo schaffte im ersten Versuch in Q3 auf dem Soft eine 1:27.099 Minuten - ohne DRS. Er hat auf seinen Teamkollegen in jedem Sektor rund eineinhalb Zehntelsekunden eingebüßt. Im zweiten Versuch konnte er sich nicht mehr steigern. Wie viel Zeit hat er durch das DRS-Problem verloren? "Das sind schon ein paar Zehntel, obwohl es die Welt für uns jetzt auch nicht auf den Kopf stellt. Es ist einfach etwas frustrierend. Wir waren sowieso schon nicht ganz dabei bei der Pace dabei."

Verstappen: "Verlieren mehr als eine Sekunde auf den Geraden"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärt im Interview bei 'Sky Sports F1': "Es handelt sich um ein Software-Problem. Das haben wir schnell gelöst. Mir wurde gesagt, dass es drei Zehntel kostet", verrät der Brite. Am Ende von Q3 hatte der Australier schließlich knapp eine halbe Sekunde Rückstand auf den Teamkollegen.

Verstappen schaffte im letzten Outing zwar noch eine kleine Zeitverbesserung, muss sich am Ende allerdings ebenfalls mit einem Rückstand von sieben Zehntelsekunden auf die Bestzeit zufriedengeben. Auf den viertplatzierten Mercedes von Valtteri Bottas fehlten ihm 0,385 Sekunden. "Leider habe ich zwei Zehntel in der letzten Kurve verloren", gibt Verstappen gegenüber 'Ziggo Sport' zu. Auch das wäre aber nicht genug gewesen, um den Mercedes noch abzufangen.

Auch Verstappen hat sich nach seinen Getriebeproblemen und dem Ausrutscher im zweiten Freien Training keine Chance auf die Pole-Position ausgerechnet und hat bereits am Freitag mit der dritten Startreihe gerechnet. "Wir verlieren mehr als eine Sekunde auf den Geraden, dieser Kurs kommt uns also immer weniger entgegen. Das ist schade", bedauert der Niederländer und setzt zur Renault-Kritik an: "Wir brauchen einfach mehr Power! Die fehlt uns jetzt schon seit vier Jahren!" Er betont allerdings auch: "Das Auto fühlte sich sehr gut an im Qualifying, speziell in Q3. Da haben wir ein paar Änderungen am Frontflügel vorgenommen. Das Auto ist stark, das wissen wir alle."

Ricciardo hofft auf Zweistopp-Rennen

Am Sonntag werden noch wärmere Temperaturen erwartet als am Qualifying-Tag, Horner merkt schmunzelnd an: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon mal mehr als 50 Grad Streckentemperatur in Silverstone gesehen habe. Es ist wirklich tropisch hier." Red Bull hofft, von diesen Bedingungen profitieren zu können. Mit einer alternativen Reifenstrategie könnte das gelingen, obwohl man auch im Longrun am Freitag nur dritte Kraft war. "Wenn man sich diese Temperaturen ansieht, dann könnte das strategisch mit den Reifen ein interessantes Rennen werden", hofft Horner.

"Morgen wird es wärmer, dennoch wird es schwierig werden für uns. Die Jungs vor uns holen einfach so viel Zeit auf den Geraden raus. Wir müssen dann härter auf unseren Reifen pushen, das ist bei der Hitze natürlich nicht ideal", gibt Verstappen zu bedenken, der wie auch Ricciardo auf der weichsten Mischung (Soft) starten wird.

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Der Australier prophezeit zumindest kein langweiliges Rennen: "Ich bin sehr optimistisch, dass das kein langweiliges Einstopp-Rennen werden wird. Es wird noch wärmer morgen, hoffentlich funktioniert ein Zweistopper." Denn: "Wir haben in Q2 einen Reifensatz neuer Softs gespart für den Fall, dass wir diesen Reifen im Rennen brauchen. Wir planen einfach schon ein bisschen voraus für morgen."

Nachsatz von Verstappen: "Jedes Mal wenn wir geglaubt haben, dass ein langweiliges Rennen bevorsteht, wurden wir mit einem unterhaltsamen Rennen überrascht. Das hoffe ich auch für morgen." Der Österreich-Sieger weiß, wovon er spricht. Er hat vor sechs Tagen den Grand Prix in der Alpenrepublik sensationell gewonnen, auch weil die Streckentemperatur am Sonntag rasant angestiegen ist. Der 20-Jährigen hofft auf eine Wiederholung.